30.04.2003
Hofer Kinder kicken in Tschechien
(DTPA/MTL) Hof/ Františkovy Lázny (Franzensbad): Für die Hofer Nachwuchskicker der Deutsch- tschechischen Fußballschule war der Weg zum Stadion am Montag (28. April) weiter als sonst: Auswärtstraining war angesagt. Die Deutsch- tschechische Fußballschule trainierte erstmals in Franzensbad. "Das ist ein guter Rahmen für unser Projekt", betonte Robert Kilin, der Cheftrainer der Fußballschule und Mittelfeldspieler vom FC Bayern Hof. Auch die jungen Hofer überzeugten die professionellen Trainingsbedingungen beim FC Františkovy Lázny. "Mir gefällt es hier", lautete das Urteil des zehnjährigen Daniel Bukowski. Auch Mannschaftskollegen Tim Vogt (8) und Sven Leppien (10) waren angetan: "Die Stadt ist interessant und das Training spannend wie immer." Karin Leppien, die die Fußballschule betreut und bei fast jedem Training dabei ist, bringt es auf den Punkt: "Es gibt keinen Unterschied zu Deutschland, unsere tschechischen Partner haben alles hervorragend organisiert."
Mit der ersten Übungseinheit in Tschechien hat die Fußballschule eine weitere wichtige Etappe erreicht, um zu einem wirklichen grenzübergreifenden Projekt zu werden. Trotz der Fortschritte steht man freilich noch am Anfang, nicht zuletzt beim Spracherwerb. Während den jungen Tschechen der Deutschunterricht aufgrund schulischer Vorkenntnisse leichter fällt, klagen die Hofer, dass Tschechisch schwer zu erlernen ist. "Der Unterricht macht mir manchmal schon zu schaffen", gesteht Tim Vogt. Sven Leppien seufzt, dass die deutschen Schüler wieder Hausaufgaben bekommen haben. Diese Sorgen kennt Gerald Prell, Geschäftsführer des Deutsch- tschechischen Informationszentrums IDOR, das die Fußballschule koordiniert: "Das Hauptproblem ist, dass es im Tschechischen kaum Parallelen zum Deutschen gibt, deshalb kann man sich keine Eselsbrücken bauen, die das Lernen erleichtern." Trotzdem lohne es sich für die Kinder weiter zu lernen, da man gerade in diesem Alter schnell Fortschritte mache, so Prell.
Vom Erfolg der Deutsch- tschechischen Fußballschule wird sich in Kürze auch ein prominenter Politiker vor Ort überzeugen. EU-Kommissar Günter Verheugen wird das einzigartige Projekt am 23. Mai in Hof besuchen.
Die Initiatoren der Fußballschule laden außerdem alle interessierten Kinder ein, in der Saison 2003/2004 an dem Modellprojekt teilzunehmen. Je 15 deutsche und tschechische Kinder des Jahrgangs 1994 werden im September in den neuen Jahrgang der Fußballschule aufgenommen. Interessenten können sich schon heute beim Deutsch- tschechischen Informationszentrum IDOR in Marktredwitz über die Aufnahmemodalitäten erkundigen.

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