10.04.2003
Zustimmung des Parlaments zur EU - Erweiterung
(DTPA/MT) STRASSBURG: Das Europäische Parlament in Straßburg hat gestern (09.04.) mit überwältigender Mehrheit dem Beitritt der ersten 10 Kandidaten zur Europäischen Union zugestimmt. "Wir sind bereit und freuen uns auf die Erweiterung", äußerte sich die sächsische Abgeordnete Konstanze Krehl (SPD) erleichtert über das Ergebnis. "Von Seiten des Europäischen Parlamentes sind nun alle Weichen für die Erweiterung und damit das Ende der über 50 Jahre währenden Teilung Europas gestellt!" so Krehl weiter. Für Sachsen sieht sie in der Osterweiterung großes Potential, das genutzt werden müsse. "Wir Sachsen müssen den Vorteil nutzen, dass wir uns nach der Erweiterung nicht mehr in einer wirtschaftlichen Randlage befinden, sondern in die Mitte der Europäischen Union rücken." bemerkte Krehl abschließend.
Der Bayerische Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Reinhold Bocklet, begrüßt dagegen die Entscheidung der CSU-Abgeordneten im Europäischen Parlament, die wegen des Festhaltens der tschechischen Seite an den Benes- Dekreten und an der Fortgeltung der pauschalen Straffreistellung für Verbrechen an den Sudetendeutschen geschlossen gegen den Beitrittsvertrag mit Tschechien gestimmt haben. Bocklet: "Dies ist ein Signal an die tschechische Politik, dass Wunden aus der Vergangenheit gegenüber den vertriebenen Deutschen noch offen sind, die gemeinsam im gegenseitigen Dialog geheilt werden müssen."
Bocklet betonte aber gleichzeitig, dass Europa mit der Erweiterung die großartige Chance nutze, seine Spaltung in Frieden und Freiheit zu überwinden. Bayern habe auf dieses Ziel stets hingearbeitet. Tschechien sei ein Kernland Europas und gehöre zu seinem Urgestein. Die Zukunft Tschechiens liege ohne Zweifel in der EU.

Copyright © 2003 by KabelJournal GmbH Beierfeld. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden!