13.11.2000
Abschluss der 2. Tschechischen Kulturtage
(DTPA/FM) DRESDEN: Noch bis zum 26. November ist im Kulturrathaus der Landeshauptstadt Dresden in der Königstraße 15 die
Ausstellung "Milena Jesenská - Die Fähigkeit stehen zu bleiben" zu sehen.
Selbstbewusste Frauen sind gewiss nichts Außergewöhnliches. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts freilich schien es nicht wenigen noch unerhört, wenn eine Frau beruflich, politisch und privat mit großer Konsequenz eigene Wege beschritt. Milena Jesenská ist ein ungewöhnliches Beispiel. Die Ausstellung erinnert auch an ihre Dresdner Zeit im Jahr 1925. Die Publizistin hatte engen Kontakt zur künstlerischen Avantgarde um Werfel, Kafka, Brod, übersetzte Kafkas Prosa, ein berühmter Briefwechsel entstand. Ihre Wohnung in Prag war stets Treffpunkt fortschrittlicher Intellektueller. Nach der Naziokkupation 1939 arbeitete sie im Widerstand, wurde verhaftet und starb 1944 im KZ Ravensbrück. Der Titel der Ausstellung entstammt einem wunderbaren Text, der heute aktueller denn je ist: Milena klagt darin den Mut zu Zivilcourage, zur Auseinandersetzung mit Fremdem, zu Mitleiden und Mitverantwortung ein.

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