01.02.2018
Gegen den "Böhmischen Nebel"
(DTPA/SvS) DRESDEN / USTI NAD LABEM: Ein Team von Wissenschaftlern untersucht derzeit Belastungen durch sogenannten "Böhmischen Nebel" im EU-geförderten Projekt OdCom. Der Forschungsverbund Public Health Sachsen der TU Dresden stellt die im betroffenen Gebiet lebende Bevölkerung in den Mittelpunkt der Analysen. Neben rein statistischen Auswertungen von Sekundärdaten wie beispielsweise Krankenhausstatistiken oder Krankheitsdiagnosen, sollen Daten erhoben werden, die hierüber hinausgehen. So wollen die Forscher direkt von der Bevölkerung erfahren, wie stark sie belastet ist und Beschwerden erfassen, welche nicht aus ärztlichen Diagnosen ablesbar sind. Aus diesem Grund werden in den kommenden Wochen zwei repräsentative Bevölkerungsbefragungen durchgeführt, um die Lage vor Ort zu erfassen. Schon seit dem 29. Januar 2018 werden zufällig ausgewählte Personen im Erzgebirge angerufen und zur Thematik befragt. Das Untersuchungsgebiet umfasst Gemeinden zwischen Oberwiesenthal und Neuhausen. Außerdem werden in den nächsten Wochen zufällige Personen per Post darum gebeten, sich an der Studie zu beteiligen. Die Befragungen werden in Kooperation mit dem Gesundheitsinstitut Usti nad Labem durchgeführt. Die tschechischen Projektpartner führen dieselben Umfragen in Böhmen durch, sodass die Belastungen auf beiden Seiten der Grenze erfasst werden können.
Im Erzgebirge treten immer wieder großräumige Geruchsbelastungen auf, deren Ursache in den Industrieanlagen auf der tschechischen Seite der Grenze vermutet wird und die unter Bezeichnungen wie "Böhmischer Nebel" oder "Böhmische Luft" bekannt sind. Im Verdacht steht u.a. die Industrieanlage in Litvinov. (Foto: AHZ / CC BY-SA 1.0)
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