23.01.2003
Wölfin Bärbel erschossen - Jäger droht Strafe
(DTPA/FM) KLINGENTHAL: Die Wölfin Bärbel, die nach ihrem Ausbruch aus dem Tierpark Klingenthal sieben Monate in der freien Wildbahn lebte, ist am Wochenende in Niedersachsen erschossen worden. Alle Versuche, das Tier in eine Falle zu locken, waren zuvor gescheitert.
Allerdings muss der Jäger mit einem Strafverfahren rechnen. Denn im Gegensatz zum Vogtland (Sachsen) hat Niedersachsen den Wolf sofort als Wildtier betrachtet und unter Artenschutz gestellt, nachdem der zum ersten Mal in der Nähe von Göttingen aufgetaucht war. Die Tötung stand damit unter Strafe. Der Jäger verteidigte sich damit, ihm seien die Nerven durchgegangen. Er habe einen Rehkadaver untersuchen wollen, als der Wolf aus dem Wald trat und die Zähne fletschte. Bärbel galt aber bislang nicht als aggressiv, habe wahrscheinlich ihr Futter verteidigen wollen.
Die Tötung fällt just in das Jahr des Wolfes, das eben begann. Die anfänglichen Aktivitäten, Bärbel im deutsch-tschechischen Grenzgebiet des Erzgebirges einzufangen, wurden immer seltener. Nach dem Winter hätten die Behörden das Tier endgültig ziehen lassen. Jetzt fand die Geschichte von Bärbel, die für viele Menschen längst zum Symphatieträger geworden war, ein tragisches Ende.
Dass es sich bei dem toten Wolf um Bärbel handelt, stehe anhand eines Chips im Nacken außer Frage, schreibt die Tageszeitung "Freie Presse" heute (23. Januar) weiter.

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