20.12.2002
Ausstellung: Wo ist meine Heimat...
(DTPA/MT) LIBEREC: Nach Stationen in Prag, Dresden, Köln, Konstanz, Augsburg, Regensburg und Freiburg ist jetzt die Ausstellung "Kde domov muj... - Wo ist meine Heimat..." bis zum 31.01.2003 in Liberec zu sehen. Die Wanderausstellung der Brücke/Most-Stiftung dokumentiert auf 60 Ausstellungstafeln das Verhältnis von Deutschen und Tschechen im 19. und 20. Jahrhundert unter dem besonderen Blickwinkel von Gemeinsamkeiten.
Die Geschichte, die in Text und Bildern erzählt wird, handelt vom Verlust. Vom Verlust einer gemeinsamen Kultur von Tschechen, Deutschen und Juden, die in Jahrhunderten gewachsen war und durch nationalstaatliche Hybris in kürzester Zeit zerstört wurde. Dargestellt wird eine Warnung der Geschichte. Die Ausstellung führt vor Augen, wie schöpferisch und kreativ Menschen sein können, wenn sich Kulturen friedlich, tolerant und respektvoll begegnen.
Umgekehrt wird deutlich, dass auch Katastrophen von Menschen gemacht werden, wenn sie sich verschließen und sich misstrauisch und feindlich gegenüberstehen.
Im "Bau der Versöhnung", auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge, sind die Pogrome vom 10. November 1938 und die Zerstörung der Synagoge gegenwärtig. Reichenberg war eine Hochburg der NS-Gewalt. Hitler hielt hier seine berüchtigte und zutiefst erschreckende Rede über die "Erziehung der Jugend" zu Aggression und Gewalt. Unvergessen sind an diesem Ort die Verfolgung von Juden, Tschechen und deutschen Oppositionellen, die ihren Widerstand gegen das NS-Regime mit der Gefangenschaft in Konzentrationslagern und mit dem Tod bezahlen mussten, unvergessen auch die Opfer der Vertreibung, der Verlust der Heimat.

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