22.02.2000
Johanngeorgenstadt feiert Stadtgründungstag
(DTPA) JOHANNGEORGENSTADT: In Johanngeorgenstadt wird morgen der Stadtgründungstag gefeiert. Alljährlich treffen sich in der Stadt an der deutsch-tschechischen Grenze am Nachmittag des 23. Februars Bergbrüderschaften aus dem Erzgebirge zu einer Bergparade. Sie begehen gemeinsam mit den Einwohnern von Johanngeorgenstadt den Tag der Stadtgründung. Vom Schmelzberg geht der Zug über die Exulantenstraße bis hin zur Kirche. Dort schließt sich ein Berggottesdienst an.
Dass in Johanngeorgenstadt eine Straße den Namen Exulantenstraße trägt, zeigt die Ehrfurcht, mit der die Bergstädter den Stadtgründern von 1654 begegnen.
Die Geschichte von Johanngeorgenstadt begann im 17. Jahrhundert. Nach Ende des 30-jährigen Krieges sollten alle Bewohner Böhmens zur papistischen Lehre zurückkehren. Da Anfang der 50er Jahre die Bemühungen der böhmischen Obrigkeit scheitern, die Einwohner des Ortes Platten (heute Horni Blatná) vom evangelischen Glauben abzubringen, wird wiederholt Strafe angedroht. So verlassen 1651 zuerst acht protestantische Familien Platten. Sie siedeln sich am Fastenberg an. 1653 folgen weitere Familien. Manches Haus am Fastenberg musste bis zu zehn Familien beherbergen. Am 12. Februar 1654 wenden sich 50 Familienväter mit der Bitte an den Kurfürsten Johann Georg I., auf dem Fastenberg eine Siedlung gründen zu dürfen. Bereits nach wenigen Tagen liegt ein positiver Bescheid vor. Der Kurfürst hatte die Ansiedlung am 23. Februar 1654 bewilligt mit der Bestimmung, dass die neue Stadt seinen Namen tragen soll: Johann Georgens Stadt.

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