15.01.2016
Mit Bahn von Dresden nach Prag durch Tunnel
(DTPA/MT) DRESDEN: Die grenzüberschreitende Eisenbahnstrecke Dresden – Prag entlang des Elbtals ist einer der gravierendsten Engpässe im europäischen Bahnkorridor Orient/Östliches Mittelmeer. Sie trägt die Hauptlast des internationalen Güterverkehrs zwischen Nord- und Südosteuropa und ist aufgrund der Topographie nicht ausbaufähig. Daher ist der Neubau einer leistungsfähigen Eisenbahnverbindung notwendig. In den vergangenen Jahren wurden verschiedenen Lösungen untersucht.
Die Vorzugslösung zeichnet sich durch eine weitestgehende Umfahrung von Siedlungsräumen und ökologisch sensiblen Bereichen aus. Geologische und hydrologische Aspekte wurden berücksichtigt. Das Ergebnis ist die Querung der Staatsgrenze zwischen Deutschland und Tschechien durch einen 26 Kilometer Basistunnel im Osterzgebirge.
Die neue Eisenbahnstrecke für den Personen- und Güterverkehr verringert die Reisezeit für die Fahrgäste zwischen Dresden und Prag aktuell von mehr als zwei Stunden auf 50 Minuten. Sie bewirkt weiterhin eine deutliche Kapazitätserhöhung für den Güterverkehr, eine Reduzierung von Lärm und Luftverschmutzung im Elbtal und eine hochwassersichere Eisenbahn-Verkehrsverbindung in die Tschechische Republik.
Als nächste Schritte werden nun vertiefende Untersuchungen beispielsweise der Geologie und Hydrologie entlang der Trasse erfolgen. Zur noch intensiveren Koordinierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit der Tschechischen Republik und den von der Strecke tangierten Gemeinden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und der Region Ústí nad Labem soll auch der sich in Vorbereitung befindliche Europäische Verbund zur Territorialen Zusammenarbeit (EVTZ) beitragen.
Weitere Informationen und eine aktuelle Streckenvisualisierung der geplanten Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnstrecke Dresden-Prag auf: http://www.nbs.sachsen.de

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