08.10.2002
Wiederbelebung alter Verkehrsbeziehungen
(DTPA/MT) BRÜSSEL: Die Sächsische Staatsregierung setzt sich für eine Neuorientierung der transeuropäischen Netze (TEN) im Zuge der EU- Osterweiterung ein. Eine reine Fortschreibung der TEN ohne Anpassung an die bald eintretende Situation würde die bestehenden Ungleichgewichte dramatisch verstärken. Diese Position nahm Staatsminister Horst Rasch heute (08.10.) auf einer Podiumsdiskussion zum Thema "EU-Osterweiterung - Anforderungen an die Raum- und Verkehrspolitik" ein, die der Freistaat gemeinsam mit dem österreichischen Burgenland im Europäischen Parlament in Brüssel veranstaltet hatte.
Die EU- Osterweiterung sah Rasch als große gemeinsame Chance sowohl für die neuen Bundesländer als auch für die Beitrittsländer an. "Mit dem Fortfall der Grenzen kommt es zu einer Wiederbelebung jahrhundertealter Handels- und damit der Verkehrsbeziehungen. Der alte Verkehrskorridor von Berlin nach Budapest und weiter nach Süden gewinnt eine neue Bedeutung. Sachsen rückt wieder von einer EU- Randlage in die Mitte Europas", unterstrich der Innenminister die Bedeutung der EU- Osterweiterung. Diese EU- Osterweiterung müsse aber zwingend mit einer Neuorientierung der TEN einhergehen. Es dürfe zu keiner weiteren Konzentration der Ost- und Südverkehre über die zentrale westeuropäische Achse kommen. "Eine Konzentration auf die großen westeuropäischen Verdichtungsräume würde die Entwicklung in Mittel- und Osteuropa erschweren und zugleich die kritische Verkehrssituation im westlichen Teil Europas weiter zuspitzen", machte Horst Rasch deutlich. "Von einer Neuorientierung der Transeuropäischen Netze (TEN) müssen sowohl die Beitrittsstaaten als auch die sich in Brüssel präsentierenden Regionen Sachsen und Burgenland profitieren."
Innenminister Horst Rasch und der burgenländische Landtagspräsident, Walter Prior, bekundeten den Willen der beiden Länder, die Chancen und Perspektiven des Prozesses der EU- Osterweiterung für die eigene Entwicklung nutzbar zu machen. Besonders die Untersuchung der Raumwirkung einer Hochgeschwindigkeitsverbindung in konventioneller Rad- Schiene- Technik im Vergleich zu der innovativen Magnetbahntechnik im Rahmen eines INTERREG III B-Projekts solle für einen wesentlichen Entwicklungsimpuls sorgen. "Wir versprechen uns viel von einer Transrapidstrecke Berlin- Dresden- Prag- Wien- Budapest. Nicht nur der Gedanke, schnell ‚zum Frühstück' nach Wien zu reisen, hat seinen Reiz. Auch wäre es für die deutsche Wirtschaft von immenser Bedeutung, wenn eine moderne, in Deutschland entwickelte Technologie nicht nur auf einer Kurzstrecke in China angewendet wird, sondern auch in Europa hilft, Entfernungen schnell und umweltfreundlich zurückzulegen. Diese Anbindung der Beitrittsstaaten Ost- und Südosteuropas würde zugleich die europäische Integration stark befördern", so Rasch zum Abschluss. Das Sächsische Staatsministerium des Innern präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Sachsen- Verbindungsbüro Brüssel in der Zeit vom 7. bis zum 11. Oktober 2002 gemeinsam mit dem Burgenland die Ausstellung "Rückblick INTERREG II C - Ausblick INTERREG III B" im Europaparlament in Brüssel.

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