01.10.2002
Flath will Verkehr Dresden - Prag auf Schiene
(DTPA/MT) DRESDEN: Vor dem Hintergrund der Hochwasserkatastrophe hat sich Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath erneut gegen die geplanten Elbestaustufen auf tschechischem Gebiet ausgesprochen. Durch den Bau der Staustufen sei ein größerer Druck auf den Ausbau der Elbe auch auf deutscher Seite zu befürchten. "Die Staustufen sind nur ein erster Schritt und machen allein die Elbschifffahrt noch nicht rentabel", sagte Flath anlässlich eines Gespräches mit der für Energie und Verkehr zuständigen EU-Kommissarin Loyala de Palacio am Dienstag (01.10.) in Brüssel. Die Lehre aus der Hochwasserkatastrophe müsse jedoch sein, die Elbe so zu belassen wie sie ist, erklärte Flath weiter.
Statt die Elbe zu kanalisieren, sprach sich der Umweltminister für den Aufbau einer leistungsfähigen Schieneninfrastruktur aus. Die bisherige Eisenbahnverbindung zwischen Dresden und Prag stelle aufgrund begrenzter Ausbaupotentiale bereits mittelfristig einen Engpass innerhalb des transeuropäischen Verkehrsnetzes dar, so Flath. Alle Prognosen gingen davon aus, dass der zu erwartende drastische Anstieg des Straßengüterverkehrs nur durch die Bahn gedämpft werden könne. Demgegenüber werde der Anteil der Binnenschifffahrt am Güterverkehr weiter sinken. "Wenn wir jetzt nicht handeln, ist der LKW-Stau auf der geplanten Autobahn Dresden-Prag vorprogrammiert", sagte Flath.

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