24.09.2002
Schnappauf schaltet Internetportal frei
(DTPA/CH) ERBENDORF: "Der bayerisch- tschechische Grenzraum muss seine Standortvorteile ausspielen", betonte Bayerns Landesentwicklungsminister Werner Schnappauf im oberpfälzischen Erbendorf. Dazu biete seit dem 23. September erstmals in dieser detaillierten Form die Internet- Informations- Plattform http://www.gute-nachbarschaft.org für jedermann Auskunft an. Porträts der drei tschechischen Grenzbezirke, Daten zur Arbeitsmarktsituation, Bevölkerungsentwicklung, Lebensstandard, Tourismus und Kultur. Geplant sind weiterhin Informationen über rechtliche Rahmenbedingungen, Zuständigkeiten und Genehmigungsbehörden für Firmen und Investoren. Auch für Vereine und Verbände sollen Infos über Fördermöglichkeiten und mögliche Projektpartner angeboten werden.
Die Informations-Plattform soll dabei ständig erweitert werden und auch in tschechischer und englischer Sprache verfügbar sein.
Bei der kommenden EU-Osterweiterung konkurrieren die Regionen von Gibraltar bis Lappland um eine rasche wirtschaftliche Entwicklung. Landesentwicklungsminister Schnappauf drückt daher aufs Tempo: "Zusammen mit den tschechischen Nachbarn müssen wir im bayerisch- tschechischen Grenzraum die Nase vorn haben."
Nach den Worten des Ministers ist die Ausgangsposition gut besetzt, denn schon seit alters her bestand in diesem historischen Kernland Europas eine gemeinsame wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung. Schnappauf sprach sich dafür aus, dass Staat, Kommunen und Unternehmer beiderseits der Grenze jetzt ihre Kreativität nutzen sollen, um wirtschaftliche und kulturelle Projekte zu entwickeln. Die Förderung vor allem aus dem Topf der EU-INTERREG III - Mittel sollte genutzt werden.
Neben dem Aufbau eines Internet-Portals sind derzeit die Vermittlung einer "interkulturellen Kompetenz", Information über Sponsoring und Fundraising geplant. Daneben wird eine Informationsbroschüre über die "best practices" für die grenzüberschreitende Projektumsetzung erarbeitet. Ziel ist es, den Informationsaustausch und den Know-how-Pool für Projektträger auszubauen. Dazu wird auch ein Workshop für die Medien stattfinden.
Schnappauf sprach sich dafür aus, alle Kräfte zu bündeln. Denn nach den Prognosen erwartet Deutschland den Zuzug von mehr als 300.000 Menschen aus den MOE-Staaten nach der EU-Osterweiterung. Allein im bayerisch- tschechischen Grenzraum wird mit bis zu 30.000 Pendlern aus Tschechien zu rechnen sein. Deshalb wird speziell im Grenzraum eine Vielzahl neuer Herausforderungen aber auch Chancen bestehen. "Nur wer schneller reagiert und Lösungen erarbeitet, hat in der erweiterten EU und beim Wettbewerb der Regionen eine Chance", so Schnappauf.

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