14.09.2002
Ausstellung erinnert an Lidice
(DTPA/MT) RAVENSBRÜCK: In Anwesenheit von Frauen aus dem böhmischen Dorfes Lidice wird morgen (15.09.) in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück die Ausstellung "Lidice erinnern" eröffnet.
Der Name Lidice steht stellvertretend für die Verbrechen der deutschen Okkupationspolitik während des Zweiten Weltkriegs. Zu diesem tragischen Ruhm gelangte das böhmische Dorf 1942 durch die Verbindung mit dem Attentat auf den stellvertretenden "Reichsprotektor von Böhmen und Mähren" und Chef des Reichssicherheitshauptamtes Reinhard Heydrich. Erstmals war es einer Widerstandsbewegung gelungen, einen hohen Funktionär des NS-Regimes zu treffen. Seinen Tod beantwortete die Besatzungsmacht mit Terror. Am 10. Juni 1942 wurde in Lidice auf Grund eines schon damals offensichtlich falschen Verdachts "Vergeltung" geübt: Alle männlichen Bewohner des Dorfes ab 15 Jahren wurden erschossen, die Frauen in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert und die Kinder nach Polen verschleppt. Das Dorf wurde dem Erdboden gleichgemacht.
Die Zerstörung Lidices jährte sich in diesem Jahr zum 60. Mal. Aus diesem Anlass zeigt die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück die Ausstellung "Lidice erinnern" im ehemaligen Zellenbau des Frauenkonzentrationslagers. Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, dem 15. September 2002, um 14.00 Uhr in Anwesenheit von Überlebenden aus Lidice sind alle Interessierten sehr herzlich eingeladen.
Konzipiert wurde die Ausstellung von Uta Fröhlich und Eva Pluharová-Grigiene, die gestalterische Umsetzung erfolgte durch Christina Reinhold-Häbich von der Architektengruppe "Frauengold". Die Realisierung wurde durch den Verein "Gegen Vergessen Für Demokratie" unterstützt.

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