19.10.2000
Prozess um Todesschützen begonnen
(DTPA/mu) PLZEN: In der westtschechischen Stadt Plzen (Pilsen) hat mehr als 14 Jahre nach den Todesschüssen auf einen deutschen Rentner an der bayerisch-böhmischen Grenze der Prozess gegen drei ehemalige Grenzsoldaten begonnen. Am 18. September 1986 waren die heute 34 Jahre alten Männer bei der Verfolgung von zwei polnischen "Republikflüchtigen" in der Nähe von Tachov auf deutsches Hoheitsgebiet geraten und hatten dort einen Spaziergänger erschossen.
Die damaligen Schützen hätten bei der ersten Anhörung ausgesagt, der Rentner, der irrtümlich in die Verfolgungsjagd nach den zwei Polen geriet, habe nicht auf die Warnrufe reagiert, berichteten Prager Tageszeitungen am Mittwoch. Den Männern droht eine mehrjährige Haftstrafe. Nach Angaben des tschechischen Amtes zur Untersuchung kommunistischer Verbrechen, das den Fall vor Gericht gebracht hatte, gaben die Grenzsoldaten bei der Verfolgung insgesamt 150 Schüsse ab.

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