28.03.2015
Programm des Festival Mitte Europa steht
(DTPA/MT) PIRNA: Am 14. Juni startet das internationale Festival Mitte Europa in die 24. Saison. Den Auftakt im frisch sanierten Národní dům von Karlovy Vary bestreitet das Bachorchester zu Leipzig mit Musikern des weltweit renommierten Gewandhausorchesters. Als Artists in Residence sind der tschechische Cellist Jiří Bárta und für Deutschland der Organist der Dresdner Frauenkirche, Matthias Grünert, zu erleben. Bis zum 2. August locken fast 60 Konzerte, Ausstellungen und Begegnungen in die ehemalige Grenzregion zwischen Bayern, Böhmen und Sachsen.
Klangprächtige Barockmusik böhmischer, mährischer und deutscher Komponisten bestimmt den Auftakt in Karlovy Vary. Neben Werken von Bach und Zelenka erklingt unter anderem die Sinfonie für zwei Hörner, sechs Pauken, Streicher und Basso continuo von Johann Christoph Graupner (WV 566). Das Konzert im berühmten tschechischen Kurort soll auch optisch ein besonderes Erlebnis werden, denn mit dem Termin wird das frisch sanierte Národní dům (»Volkshaus«) der Öffentlichkeit präsentiert. Das prachtvolle Gebäude im Jugendstil wurde 1901 als Vereinshaus und Hotel eingeweiht und entwickelte sich zum kulturellen und gesellschaftlichen Mittelpunkt des damaligen Karlsbader Geschäftsviertels. Nach Stilllegung und Verfall wurde es nun rekonstruiert um demnächst als »Hotel Ambassador« samt repräsentativem Festsaal wiederzueröffnen.
Mit den zwei nachfolgenden Konzerten in Thossen und Sokolov stellen sich die beiden diesjährigen Artists in Residence dem Publikum vor: Jiří Bárta spielt Bachs mitreißende Cello-Suiten (15.6., Thossen) und Matthias Grünert ist mit dem jungen Trompeter Viktor Spáth – Preisträger des Internationalen Markneukirchener Instrumentalwettbewerbs – zu erleben (16.6., Sokolov). Der erfolgreiche tschechische Musiker Jiří Bárta sorgte bereits in den Vorjahren beim Festivalpublikum für Begeisterungsstürme, unter anderem mit seiner unbeschwerten Haydn-Interpretation beim Eröffnungskonzert 2013. Bei einem zweiten Abend am 1. Juli in Münchenreuth präsentiert er mit seinem Streichtrio eine Bearbeitung der Goldberg-Variationen Bachs. Matthias Grünert, der Dresdner Frauenkirchen-Kantor und -Organist mit fränkischen Wurzeln, konnte erstmals fürs Festival gewonnen werden. Bei seinem zweiten Konzerttermin in Wunsiedel-Schönbrunn bringt er die Orgel der Silbermann-Schüler Eberhard Friedrich und Georg Christian Heidenreich zum Klingen. Sie ist ein Kleinod der oberfränkischen Kirchenorgeln.
Weitere Höhepunkte dieses Festivaljahrgangs sind Auftritte der von Gidon Kremer gegründeten Kremerata Baltica (10.7., Oelsnitz), des Harfen-Virtuosen Xavier de Maistre (27.6., Hirschfeld), des Australian Chamber Choir (11.7., Weesenstein) oder des herausragenden Multi-Percussionisten Alexej Gerassimez (23.7., Kraslice). Dabei prägen vor allem Musik aus Barock, Klassik und Romantik die Programme. Das Publikum darf sich aber auch freuen auf das Mundharmonika Quartett Austria (23.6., Ostrov), Jazz mit dem Lutz Häfner-Duo (3.7., Kleinlosnitz), Tango Argentino (7.7., Bad Steben), Dixieland-Sound (17.7., Hohenberg an der Eger) und Pantomime mit Bodecker & Neander (25.7., Pirna). Hinzu kommen Ausstellungen und Begegnungen wie etwa die Schau mit Malerei und Fotografie von Antonín Stří˛ek in Hof (10.7. – 31.8.) oder die traditionelle Internationale Gesangsmeisterklasse des langjährigen Festival-Intendanten Thomas Thomaschke, deren Abschluss zwei Aufführungen von Mozarts "Zauberflöte" bilden (30.7., Bad Alexandersbad; 31.7., Auerbach/Vogtl.).
All die musikalischen und künstlerischen Facetten der 57 Veranstaltungen an 52 Orten in Bayern, Böhmen und Sachsen fasst diesmal ein Zitat des böhmischen Frühromantikers Jakub Jan Ryba ein: "Die Musik ist wie ein frischer Tau – ergreifende Zärtlichkeit – kühlender Schatten – wohltuende Wärme.", resümierte der Musiker und Pädagoge, dessen 250. Geburts- und 200. Todesjahres man 2015 gedenkt. Das Festival widmet ihm eine musikalische Hommage mit dem M. Nostitz Quartet am 11. Juli im Arzberger Schloss Röthenbach.
Für das diesjährige Programm zeichnen sich letztmalig die Festival-Gründer und langjährigen Leiter Ivana und Thomas Thomaschke verantwortlich. Im Februar haben sie sich in den Ruhestand verabschiedet und die Künstlerische Leitung an den deutschen Konzertpianisten Manfred Schmidt übergeben, der 2015 für die Durchführung des Festivals verantwortlich ist und mit der Konzeption der Jubiläums-Saison im kommenden Jahr begonnen hat.
Das Programmheft wird auf Wunsch kostenfrei zugesandt. Ausführliche Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden sich im Internet unter http://www.festival-mitte-europa.com oder per Telefon beim Festival-Büro Pirna unter der Nummer 03501 58530. (Bildquelle: Veranstalter)
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