30.08.2014
Königsmühle, das vergessene & wiederentdeckte Dorf
(DTPA/FM) OBERWISENTHAL/HAJ: Es ist nur ein unscheinbarer Hohlweg, der vom tschechischen Dorf Háj (Stolzenhain) aus in einen Ort mit dem überaus fürstlichen Namen "Königsmühle" führt. Doch "Königsmühle" ist so tot wie die knorrigen Ebereschen, die den Weg säumen. Dass es überhaupt noch Ruinen gibt, liegt daran, weil der Ort wegen seiner Abgeschiedenheit einfach vergessen worden ist.
Erst der Kulturhistoriker Petr Miksicek holte Königsmühle vor einigen Jahren zurück ins Bewusstsein. Er gehört zu einer Generation, die den Dialog um die Vertreibung der (Sudeten)Deutschen nicht mehr scheut. Seit 2012 veranstaltet er mit tschechischen und deutschen Partnern Land and Art Festivals in dem 1946 evakuierten Ort. Mittlerweile haben sich die Freunde des sanften Gebnirgstales unweit von Oberwiesenthal zum Ziel gesetzt, den Status quo der Siedlungsreste zu konservieren. Doch der Schritt bis zum Denkmalschutz ist groß; den Ort gibt es nur noch auf alten Karten, und die Ruinen offiziell überhaupt nicht.
Bei allen Bemühungen ist die Erinnerung an das Schicksal der letzten Bewohner allgegenwärtig. Für die Menschen, die damals ihre Heimat verlassen mussten, war der Weg Richtung Sachsen ein Weg ohne Hoffnung auf Wiederkehr. Die Festival-Gäste werden dagegen vielleicht schon bald wiederkommen, um dem Geist des Ortes weiter nachzuspüren. (Bildquelle: Jörg Knoblauch)
Bild zur Nachricht

Copyright © 2014 by KabelJournal GmbH Beierfeld. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden!