20.06.2002
Festival "dreiklang" klingt in drei Ländern
(DTPA/MT) DRESDEN: Das zweite Festival "dreiklang" vom 19. Juli bis 18. August 2002 klingt in drei Ländern. Spielstätten des Musik- und Theaterfestivals sind in der Lausitz, in Polen und Tschechien. Ein Konzert ist auch in Schloß Branitz in Brandenburg. Sachsens Wirtschaftsminister Dr. Martin Gillo und "dreiklang"-Intendant Arkadi Zenziper stellten am Donnerstag (20.06.) in Dresden das Programm vor.
Das aktuelle Programm listet rund 70 Veranstaltungen an 25 Aufführungsorten auf. Das erste "dreiklang"-Festival vor einem Jahr hatte bei 32 Veranstaltungen an 14 Orten 8200 Besucher. Die Veranstalter rechnen diesmal mit mindestens der doppelten Besucherzahl. Dafür sorgen sollen Spitzensolisten wie Juri Baschmet (Viola), Alexander Rudin (Cello) oder Dennis Russel Davies (Klavier). Ein Leckerbissen ist am 27. Juli auf der Kamenzer Hutbergbühne zu erwarten: das Konzert der Staatskapelle St. Petersburg mit Werken von Mikis Theodorakis, bei dem der Komponist selbst den Taktstock schwingt. Intendant Zenziper greift mehrmals in die Tasten. Klangkörper wie die Krakauer Philharmonie, das Stuttgarter Kammerorchester, die Moskauer Solisten, das Janacek Kammerorchester und die schon vom vergangenen Jahr bekannte Staatskapelle St. Petersburg bevölkern die Podien. Ansonsten sind vom Soloabend bis zum großen Orchester alle Besetzungen geboten, Freunde des Liedes, der Opernmelodien, der Kirchenorgel, der kleinen Abendserenade und der Kammermusik kommen auf ihre Kosten. Die Eröffnung gestaltet die Krakauer Philharmonie am 19. Juli in der Görlitzer Stadthalle mit Penderecki und Kantscheli. Zum Abschluss am 18. August lautet die Wahl zwischen einem Konzert der Neuen Lausitzer Philharmonie mit Werken von Mendelssohn, Dvorak, und Beethoven in der Kirche Maria-Magdalena in Breslau oder dem Leos Janacek Kammerorchester im Bautzner Landratsamt mit Werken von Janacek, Dittersdorf und Mendelssohn.
Gut repräsentiert dieses Jahr sind auch Theater und Wort. Dabei muss der Zuschauer auf dem Bautzener Hauptmarkt bei der "Hofmania", einem Theaterspektakel aus Jelenia Gora, für das Stückverständnis nicht unbedingt der polnischen Sprache mächtig sein. In Jelenia Gora wiederum führt das Schauspiel des Theaters Norwida den "Hauptmann" auf. Der Dresdner Theatermann Friedrich Wilhelm Junge und Arkadi Zenziper gestalten einen musikalisch-literarischen Abend am 4. August in der Görlitzer Synagoge.
Das Festival war im vergangenen Jahr auf Initiative von Dr. Kajo Schommer erstmalig veranstaltet worden. Veranstalter des Festivals ist die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen. Die Kultur als ein weicher Standortfaktor erhalte durch das Festival einen neuen Stellenwert in der Außenwirkung gegenüber Gästen und potenziellen Investoren. Mit Konzerten und Aufführungen in erstklassigen Besetzungen werde auf eine Region als Tourismus- und Wirtschaftsstandort aufmerksam gemacht. "Das hat Charme", kommentierte Gillo.
Wie Intendant Zenziper ergänzte, sei "dreiklang" als internationales Festival angelegt. Im Vorjahr sei dies über die Beteiligung internationaler Künstler realisiert worden, dieses Jahr "spielt die Musik - im wahrsten Sinn des Wortes - auch international." Zenziper nannte Breslau (Wroclaw) und Hirschberg (Jelenia Gora) in Niederschlesien sowie Reichenberg (Liberec) in Tschechien als Spielorte.
International ist auch die Finanzierung. Die hauptsächliche Förderung des Festivals über das EU-Programm für grenzüberschreitendende Projekte INTERREG IIIA sei eine vorweggenommene EU-Erweiterung, sagte Gillo. Landkreise und kreisfreie Städte in der Lausitz beteiligen sich mit je 25.000 Euro. Insgesamt beträgt das Finanzvolumen 1,6 Mio. Euro.
Das vollständige Programm ist im Internet unter www.dreiklang.net. Eintrittskarten gibt es telefonisch Montag bis Freitag 9 bis 19 Uhr unter (03 51) 49 17 00 oder (0351) 84 04 20 02 sowie bei den Vorverkaufsstellen des SZ-Ticketservice oder per E-Mail an: info@sachsen-tour.de

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