17.10.2013
Großeinsatz gegen Autoklaubande
(DTPA/MT) DRESDEN: Dass die Ermittler des Landeskriminalamtes Sachsen auch im benachbarten Ausland tätig sind, wird wohl keinen Straftäter wirklich verwundern. Dass die sächsischen Beamten aber auch an der Haustür in Tschechien klingeln, wohl schon eher! Mit dieser Tatsache sahen sich mehrere tschechische Beschuldigte konfrontiert, welche für die Entwendung und Verbringung einer Vielzahl von Kfz aus Deutschland verantwortlich gemacht werden.
Was war geschehen? Mit Hilfe der Strafverfolgungsbehörden der Tschechischen Republik konnten Rechtshilfeersuchen der Staatsanwaltschaft Dresden erfolgreich umgesetzt werden.
Basis für den vom 7. bis zum 10. Oktober durchgeführten Einsatz ist ein Verfahren der Abteilung für Organisierte Kriminalität der Staatsanwaltschaft Dresden, welches seit Anfang 2013 wegen des Verdachts des schweren Bandendiebstahls gemäß § 244a StGB geführt wird. Die polizeilichen Ermittlungen werden in einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe des Landeskriminalamtes Dresden mit der Abteilung VII der UOOZ Prag geführt.
Die Maßnahmen richteten sich gegen elf männliche, tschechische Staatsangehörige im Alter zwischen 28 und 39 Jahren. Aufgrund der Ermittlungen ist davon auszugehen, dass die Beschuldigten Diebstähle hochwertiger PKWs, insbesondere der Marken VW und Skoda, und deren Transport in die Tschechische Republik organisiert haben. Dort wurden die Fahrzeuge zerlegt und über das Internet verkauft. Der Großteil der Diebstähle fand in Sachsen statt, wobei Dresden besonders betroffen war.
Das Amtsgericht Dresden hatte auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dresden fünf Haftbefehle, acht Durchsuchungsbeschlüsse und fünf Arrestbeschlüsse erlassen, die im Rahmen der internationalen Rechtshilfe in der Tschechischen Republik vollstreckt wurden.
Unter der Leitung des Amtes zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität des Dienstes der Kriminalpolizei der Tschechischen Republik in Prag (UOOZ) und der Kreisstaatsanwaltschaft Decin erfolgte der Einsatz im Großraum Decin. Mehrere Beamte des Landeskriminalamtes Sachsen beteiligten sich an der Maßnahme, insbesondere bei der Identifizierung von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen.
Die Durchsuchung der Wohnungen, Fahrzeughallen und Garagen der Beschuldigten führte zur Sicherstellung von entwendeten Kraftfahrzeugen sowie einer Vielzahl an Fahrzeugteilen. Auch Personaldokumente, spezielle Entwendungstechnik, PC-Technik, Schmuck, höhere Bargeldbeträge, Mobiltelefone und eine Pistole der Marke Tokarev konnten die Ermittler auffinden. Unter den Kfz-Teilen befanden sich u. a. drei Motoren, 23 Kopfairbags, 18 Türen, 11 Sitze und acht Motorsteuergeräte. Der Umfang des sichergestellten Diebesgutes war so groß, dass zum Transport der Asservate ein 7,5t LKW zum Einsatz kam.
Gegenwärtig sind 63 Kraftfahrzeuge konkreten Straftaten zuzuordnen. Über die Zuordnung von sichergestellten Einzelkomponenten konnten Verbindungen zu 15 weiteren Kfz-Diebstählen in der tschechischen Republik hergestellt werden.
Wegen der Vielzahl der beschlagnahmten Gegenstände wird die Überprüfung und Auswertung noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Die Ermittlungen zielten ganz konkret gegen die Organisatoren der Bande, die selbst niemals in Deutschland Diebstähle durchführten. Die Beschuldigten sollen demnächst an Deutschland ausgeliefert werden.
Dieser Erfolg stellt ein Ergebnis der hohen Priorität dar, welche der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität und hierbei insbesondere des Kraftfahrzeugdiebstahls innerhalb der sächsischen Polizei beigemessen wird. Er bestätigt zudem auch die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und Justiz beider Länder.

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