10.09.2013
Tschechen und Sachsen rücken zusammen
(DTPA/MT) DRESDEN: Sachsens Staatsminister Frank Kupfer hat sich am 9. September gemeinsam mit dem tschechischen Vizeminister für Regionalentwicklung, Michal Janeba, über mehrere grenzüberschreitende Projekte im sächsisch-tschechischen Grenzraum informiert. Seit 2007 sind über das "Ziel-3/Cíl-3-Programm zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik" rund 207 Millionen Euro in mehr als 200 Vorhaben geflossen. "Die Fördergelder der Europäischen Union sind sehr gut angelegt", sagte der Staatsminister. "Die Menschen dies- und jenseits der Grenze sind in den vergangenen Jahren zusammengerückt, sie sind wieder richtige Nachbarn geworden. Dazu hat auch das gemeinsame Engagement in vielen Bereichen des täglichen Lebens beigetragen, das mit den EU-Mitteln unterstützt wird."
Zu den geförderten Vorhaben gehört das Projekt "Kašpárek – mit dem Kasper über die Grenze" der Städte Hohnstein und Dolní Poustevna. Nach der Sanierung zweier Puppenspielhäuser können bei Aufführungen von deutsch-tschechischen Puppentheaterstücken in Kindertageseinrichtungen und Schulen sprachliche Barrieren auf spielerische Art abgebaut werden. Ziel des Projektes ist außerdem der Aufbau von Gruppen mit jungen Nachwuchspuppenspielern. Die Puppenspielhäuser bieten Platz für andere sächsisch-tschechische Aktivitäten im Kleinkunstbereich, z. B. für einen Kinderzirkus, der in den Räumlichkeiten üben kann. Das Vorhaben wird mit rund 826.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.
Bei dem Projekt "Fluss Elbe – unser gemeinsames Erbe" engagieren sich Schüler gemeinsam für die Umwelt. Das tschechische Zentrum für Umweltbildung und Ethik hat dazu gemeinsam mit der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt ein Konzept erarbeitet, das unter anderem die Entnahme von Wasserproben mit Hilfe mobiler Labore und die Durchführung von mehrtägigen Programmen zur Analyse, Bewertung und zum Vergleich der Gewässersituation vorsieht. Mit rund 466 000 Euro werden auch gemeinsame Lehrerseminare und Bildungsprogramme unterstützt.
Die Wasserschutzpolizeien Sachsens und Tschechiens kooperieren bei dem Projekt "Gemeinsame Streifen unter besonderen Bedingungen". Die EU-Fördermittel in Höhe von ca. 325.000 Euro ermöglichten den Behörden die Anschaffung je eines Bootes mit Trailer und Zugmaschine sowie gemeinsame Übungen und Streifenfahrten.
Seit mehreren Jahren arbeiten die Gemeinde Hřensko und der Sebnitzer Ortsteil Kirnitzschtal und ihre Freiwilligen Feuerwehren zusammen. Im Rahmen des ersten gemeinsamen Projektes wurde 2011 ein Feuerlösch- und Rettungsfahrzeug für die Feuerwehr in Hřensko angeschafft. Außerdem absolvierten die Kameraden Übungen für grenzübergreifende Notfälle und trafen sich zu Bildungs- und Freizeitveranstaltungen. Das Projekt wurde mit rund 335.000 Euro gefördert. In dem Folgevorhaben "Gemeinsam trotz Hochwasser" konnten die Kirnitzschtaler Feuerwehren unter anderem zwei Mannschaftstransportwagen und Ausrüstung für den Hochwassereinsatz anschaffen. Die Feuwehren treffen sich zu Schulungen, um für die grenzüberschreitende Hilfe bei Hochwasserereignissen gerüstet zu sein. In das Projekt fließen ca. 165.000 Euro.
Der Sanierung und dem Wiederaufbau von denkmalgeschützten Gebäuden widmen sich der Förderverein "AmbrossGut Schönbrunn" e. V. und das Amt für Denkmalpflege Ústí nad Labem im Rahmen des Projektes "Sächsisch tschechische Belebung des ländlichen Kulturerbes in Schönbrunn und Zubrnice". Mit Hilfe von mehr als zwei Millionen Euro konnten in beiden Orten insgesamt drei historisch wertvolle Gebäude wiederaufgebaut werden. In zwei Häuser in Schönbrunn konnten ein Landwirtschaftsmuseum einziehen und Räume für internationale Begegnungen geschaffen werden. Das sanierte Haus in Zubrnice gehört zu einem Freilichtmuseum, das den Besuchern vor allem die tschechische Volkskunst und die Bauweise von Fachwerkhäusern näherbringt.
"Diese Projekte zeigen beispielhaft, was wir in den vergangenen Jahren mit dem Ziel-3-Programm" erreicht haben", so Staatsminister Kupfer. "Mit jedem einzelnen der mehr als 200 geförderten Vorhaben konnten wir die Regionen dies- und jenseits der Grenze in den vergangenen Jahren enorm voranbringen. Viele Sachsen und Tschechen haben sich kennengelernt und sprechen heute eine gemeinsame Sprache – unter anderem im Natur- und Umweltschutz, in Kultur, Wirtschaft, Tourismus und Verkehr sowie bei der Polizei und im Rettungswesen. Ich bin froh, dass wir die Erfolgsgeschichte des Ziel-3-Programms auch in den kommenden Jahren fortsetzen können." Im Mai dieses Jahres hatten Staatsminister Kupfer und Vizeminister Janeba eine Erklärung unterzeichnet, dass der Freistaat Sachsen und die Republik Tschechien auch in der EU-Förderpeiode 2014 bis 2020 weiter zusammenarbeiten wollen.
Weitere Information zum "Ziel-3/Cíl-3-Programm zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik" gibt es im Internet unter http://www.ziel3-cil3.eu.

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