28.06.2013
Crystal Speed im Gebiet der EUREGIO EGRENSIS
(DTPA/MT) REHAU: Die Chemodroge Crystal stand am 25. Juni im Fokus des mittlerweile zweiten Clara2-Workshops zum Thema "Crystal Speed im Gebiet der EUREGIO EGRENSIS". 65 Teilnehmer waren der Einladung der EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Sachsen/Thüringen e. V. in die u.a. auf Drogentherapie spezialisierte Bezirksklinik in Rehau gefolgt.
Das Programm hielt hochinteressante Referate namhafter Experten aus Bayern, Böhmen und Sachsen bereit und führte die Überlegungen der ersten Veranstaltung im Dezember 2012 in Aš fort. Damals hatten Vertreter der Polizei über die Zusammenarbeit zwischen Sachsen/Thüringen, Bayern und Böhmen informiert. Weiterhin waren die Auswirkungen der Droge aus medizinischer Sicht beschrieben und Erfahrungen zur Präventionsarbeit ausgetauscht worden. Auf vielfachen Wunsch wurde die Befassung mit dem Thema nun in einem weiteren Workshop fortgesetzt.
Zu qualifizierter Behandlung im regionalen Kontext sprach der Chefarzt und Ärztliche Direktor der Bezirksklinik Rehau Dr. med. Lothar Franz als Gastgeber und Workshop-Leiter.
Gegenstand der Betrachtungen der Antidrogenkoordinatorin Šárka Benešová war die Schaffung eines Zentrums für Substitutionstherapie im Bezirk Karlovy Vary. Sven Kaanen, Chefarzt der Rehabilitationsklinik für Abhängigkeitserkrankungen beim Fachklinikum Wiesen referierte danach über die Anforderungen an eine solche Therapie unter Beachtung der psychopathologischen Aspekte unter Crystal.
Ulrich Steiner, Dipl.-Sozialpädagoge an der Bezirksklinik Rehau, beleuchtete in seinen Ausführungen den schwierigen Weg vom Entzug zur Therapie näher. Über die Herausforderungen, mit denen sich eine ambulante Suchtberatungs- und Behandlungsstelle tagtäglich konfrontiert sieht, sprachen schließlich Dorit Ullmann und Susan Rödel vom Diakonischen Zentrum für Suchtfragen gGmbH, Plauen.
Bevor Chefarzt Franz durch seine Klinik führte, machten die Anwesenden rege von der Gelegenheit Gebrauch, sich intensiv über Perspektiven und Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit auszutauschen.
Fazit war, dass das Problem Crystal Speed weiterhin erhöhter Aufmerksamkeit bedarf. Die Politik darf sich mit einer erhöhten Aufklärungsquote und dem laufenden Ausbau der intensiveren Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden nicht zufrieden geben. Auch die Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene müssen weiter intensiv unterstützt werden. Finanzielle Einschnitte sind für eine erfolgreiche Resozialisierung nicht förderlich. Gerade die enorm hohe Rückfallquote bei Crystal-Patienten zeigt, dass eine intensive Betreuung der Betroffenen auch nach dem Entzug und der Therapie nötig ist, um sie wieder in die Gesellschaft zu integrieren.
Auf der tschechischen Seite befinden sich Suchtbehandlungszentren gerade im Aufbau. Hierzu baten die Vertreter der Verschieden Einrichtungen auf der deutschen Seite Ihre Hilfe an.
Die große Resonanz der Veranstaltung ist Ansporn dafür, dass man sich auch zukünftig weiterhin auch grenzüberschreitend mit dem Thema im Rahmen der EUREGIO EGRENSIS befassen wird.
Die Veranstaltung wurde aus Mitteln der Europäischen Union (Ziel 3) gefördert. (Bildquelle: EUREGIO EGRENSIS)
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