30.04.2002
Ehemalige CSSR-Grenzsoldaten vor Gericht
(DTPA/DH) PLZEN: Wegen Verschleppung zweier deutscher Studenten von bayrischem Gebiet sind drei ehemalige tschechische Grenzsoldaten von hohen Freiheitsstrafen bedroht. Vor dem Pilsener Bezirksgericht müssen sie sich zurzeit wegen Freiheitsberaubung verantworten, berichtet die Hofer „Frankenpost“.
Sie hatten im Januar 1969 bei Heilig Kreuz zwei 25-jährige Flüchtlinge aus der ehemaligen DDR verfolgt und sie durch Schüsse und Gewaltandrohung auf tschechisches Gebiet gezwungen. Später wurden die Studenten an die Grenzpolizei der DDR übergeben und von der dortigen Justiz zu zweieinhalb Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Die beiden Opfer sollen gegen ihre Verfolger als Zeugen aussagen. Die jetzt 53- bis 55-jährigen Angeklagten haben am ersten Verhandlungstag die Aussage verweigert. Lediglich einer der beiden Angeklagten ließ eine schriftliche Erklärung verlesen, in der sich dieser befremdet zeigte, dass er für die Tat, für die er vor 33 Jahren ausgezeichnet wurde, jetzt von einer Gefängnisstrafe bedroht sei. Er und die anderen Angeklagten verteidigen sich auch damit, dass sie angeblich nicht gewusst haben, dass sie sich damals schon auf bayerischem Boden befunden hätten. Im Fall einer Verurteilung drohen den drei Angeklagten bis zu zwölf Jahre Gefängnis.

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