28.04.2002
Tschernobyl immer noch spürbar
(DTPA/FM) CHEMNITZ: Auch 16 Jahre nach Tschernobyl sind noch die Auswirkungen der Reaktorkatastrophe in Mittel- und Süddeutschland und Tschechien zu beobachten. Zwar sind die Nahrungsmittel insgesamt nur gering, einzelne Produkte wie Wild und bestimmte Pilzarten aber immer noch hoch belastet.
In Südbayern und im Bayerischen Wald werden bei Maronenröhrlingen und Semmelstoppelpilzen noch bis zu einigen 1.000 Bq/kg Cs-137 gemessen, Steinpilze und Pfifferlinge können mehrere 100 bis 1.000 Bq/kg aufweisen, bei Parasolpilzen sind es bis zu 100 Bq/kg.
Deutlich höher kontaminiert als alle übrigen Speisepilze waren die unterirdisch wachsenden Hirschtrüffel im Bayerischen Wald mit durchschnittlich 26.000 Bq/kg. Diese werden gezielt von Wildschweinen gesucht und gefressen. Wildbret ist dem zu Folge je nach Tierart sehr unterschiedlich belastet. So wurden in einem vergleichsweise hoch belasteten Untersuchungsgebiet für Wildschweine in den letzten Jahren Werte von durchschnittlich 7.000 bis 9.000 Bq/kg (mit einem Spitzenwert von rund 65.000 Bq/kg) gemessen, während die Kontamination von Rehwild im Jahr 2000 im Mittel etwa 800 Bq/kg betrug.

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