03.05.2013
Sachsen und Tschechien: EU-Programm fortsetzen
(DTPA/MTL) DRESDEN/PRAG: Der Freistaat Sachsen und die Republik Tschechien wollen auch in der kommenden EU-Förderperiode von 2014 bis 2020 das EU-Programm zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit in Anspruch nehmen, um den sächsisch-tschechischen Grenzraum gemeinsam weiterzuentwickeln. Dazu hat Staatsminister Frank Kupfer am 2. Mai gemeinsam mit dem tschechischen Vizeminister für Regionalentwicklung, Michal Janeba, auf Schloss Weesenstein (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) eine Willenserklärung unterzeichnet. "Ich freue mich, dass die Erfolgsgeschichte der sächsisch-tschechischen Projekte auch nach 2013 weitergeht", sagte der Umweltminister. "Mit Hilfe der EU-Fördermittel für grenzüberschreitende Vorhaben konnten wir die Regionen dies- und jenseits der Grenze in den vergangenen Jahren schon enorm voranbringen."
In der aktuellen Förderperiode flossen über das "Ziel3/Cíl 3 – Programm zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit 2007-2013 zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik" bisher rund 207 Millionen Euro in mehr als 200 Projekte. Dazu gehört die Kooperation der Polizeidirektion Oberes Elbtal-Osterzgebirge mit der Polizei von Ústí nad Labem bei der Verhinderung und Verfolgung grenzüberschreitender Fahrzeug- und Betäubungsmittelkriminalität. Im Rahmen des Projektes werden neun Fahrzeuge mit der dazugehörigen Spezialausrüstung angeschafft. Mit rund 480 000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) wurden außerdem grenzübergreifende Schulungen sowie gemeinsame Streifen gefördert.
Ein weiteres Projekt, das mit ca. einer Millionen Euro unterstützt wird, dient der Revitalisierung der Moore zwischen Hora Svatého Šebestianá und Satzung im Erzgebirge. Der Forstbezirk Marienberg des Staatsbetriebes Sachsenforst hat mit Partnern dies- und jenseits der Grenze ein Konzept erstellt, wie insgesamt 15 Moore auf deutscher und tschechischer Seite wiedervernässt werden können. Das bis Ende 2014 angelegte Projekt kommt vor allem der stark gefährdeten Tier- und Pflanzenwelt zu Gute. Unter den Ziel 3-Projekten ist auch die Schaffung eines grenzübergreifenden Schul- und Kulturzentrums in Markneukirchen im Vogtlandkreis. Dort wird die alte Schulturnhalle des Gymnasiums Markneukirchen zu einer deutsch-tschechischen Kunstwerkstatt umgebaut, in der dann Platz ist für gemeinsamen Unterricht, Ausstellungen, Proben und Konzerte mit der Grundschule der Stadt Luby. EFRE-Mittel in Höhe von rund 980 000 Euro flossen in dieses Projekt.
Auf Schloss Weesenstein schauten sich Staatsminister Kupfer und der tschechische Vizeminister für Regionalentwicklung eine Ausstellung an, die mit Ziel3-Mitteln realisiert wurden. Die Schau "Schlossinterieurs in Sachsen und Böhmen" gehört zu einem Projekt, das mit ca. 725 000 Euro gefördert wurde, und das unter anderem mit Hilfe von Konzerten, Vorträgen, Führungen und Fachpublikationen regionale kulturelle und wirtschaftliche Aktivitäten nachhaltig unterstützen soll.
Die Weiterentwicklung des sächsisch-tschechischen Grenzraumes zu einem gemeinsamen, zukunftsfähigen Lebens-, Natur- und Wirtschaftsraum ist das gemeinsame Ziel des Freistaates Sachsen und der Tschechischen Republik. Dazu gehören auch die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sowie die nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen im gemeinsamen Grenzraum. Die Programme der grenzübergreifenden Zusammenarbeit leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag. Im Rahmen dieser Programme werden seit 1994 gemeinsame Projekte aus Mitteln der Europäischen Union unterstützt.

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