17.04.2013
Tschechischer Wirtschaftsminister bei DTIHK
(DTPA/MTL) PRAG: Am 20. Jahrestag ihrer Gründung lud die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer (DTIHK) den Tschechischen Minister für Industrie und Handel Martin Kuba zu einem Diskussionsforum mit den Vertretern deutsch-tschechischer Unternehmen ein. Der Minister stellte konkrete Maßnahmen vor, mit denen die Regierung die Attraktivität des tschechischen Investitionsstandorts steigern will. In offener Gesprächsatmosphäre diskutierte er mit den DTIHK-Mitgliedern die Rahmenbedingungen für ihre wirtschaftlichen Aktivitäten in Tschechien.
Zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen des tschechischen Investitionsstandorts gehört die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften. Aus Umfragen der DTIHK ging jedoch hervor, dass dringend mehr Praxisbedarf in der technischen Berufsausbildung nötig ist. "Wir haben langfristig Interesse an dem deutschen Modell der dualen Ausbildung. Dieses baut auf der spezifischen Rolle von Fachverbänden und Kammern auf, die in Tschechien nicht so ausgeprägt ist. Deshalb versuchen wir, einige Merkmale aus dem dualen System zu übernehmen – vor allem ein hohes Maß an praktischer Ausbildung sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Firmen. Daher ist es meine Priorität, vor allem technische Fächer, an deren Absolventen es den tschechischen Firmen schon jetzt oft mangelt, systematisch zu unterstützen", erklärte Kuba. "Gerade eine kooperative Ausbildung ist seit Jahren ein immer wichtigeres Thema für die Investoren hier. Daher sollte die Wirtschaft in die Neugestaltung des Ausbildungssystems direkt eingebunden werden", betont dazu Bernard Bauer, Geschäftsführer der DTIHK.
Im Mittelpunkt der Diskussion, die von der Leiterin des DTIHK-Arbeitskreises Recht und Steuern und DTIHK-Vorstandsmitglied Lucie Vorlíčková moderiert wurde, standen außerdem rechtliche Bedingungen für Investitionen und die öffentliche Verwaltung. "Beide Themen spielen für die deutschen ebenso wie für die meisten anderen Investoren in Tschechien eine zentrale Rolle. Das zeigte zuletzt auch unsere Konjunkturumfrage, wonach mehr Rechtssicherheit und eine effizientere Verwaltung zu den wichtigsten Forderungen der Unternehmen gehören", betont Bauer. "Besonders in Phasen mit niedrigem Wachstum oder stark schwankender Auftragslage wünschen sich die Unternehmen zudem ein flexibleres Arbeitsrecht, um ihren Mitarbeiterbestand mittelfristig halten zu können", ergänzt er.
Wie die Rückmeldungen der Unternehmen zeigten, beklagen viele von ihnen auch fehlende Fortschritte in der Korruptionsbekämpfung und bei der Transparenz öffentlicher Aufträge. Da Tschechien immer mehr ein Standort für High-Tech-Produktion und Entwicklung wird, wünschen sich hier viele Firmen eine engere Zusammenarbeit zwischen Industrie, Hochschulen und Forschungsinstituten.
All diese Punkte nimmt die DTIHK als Vertretung aller am deutsch-tschechischen Wirtschaftsaustausch Beteiligten in ihre Arbeit auf. Sie steht dazu im engen Kontakt mit den deutsch-tschechischen Firmen, den wirtschaftspolitischen Entscheidungsträgern und der breiten Öffentlichkeit.

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