08.04.2013
Freistaat meldet Schienenprojekte beim Bund an
(DTPA/MT) DRESDEN: Sachsen hat fristgerecht beim Bund die für den Freistaat bedeutsamen Eisenbahninfrastrukturprojekte für den Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldet. Vorrangiges Ziel ist eine bessere Anbindung Sachsens insbesondere an die Strecken des Schienenfernverkehrs. Grundlage der Projektanmeldungen ist der Landesverkehrsplan 2025, den das Kabinett am 25. September 2012 beschlossen hatte.
Mit höchster Priorität angemeldet wurde die Teilstrecke Berlin – Dresden – Prag des europäischen TEN-V-Kernnetz-Korridors 4 Hamburg/Rostock – Berlin – Prag – Südosteuropa als Rückgrat des schnellen Schienenpersonenfernverkehrs und als leistungsfähige Güterverkehrsmagistrale. Ziel der Anmeldung im Bundesverkehrswegeplan ist dabei zum einen die alsbaldige Fertigstellung des Ausbaus der Strecke Berlin – Dresden für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und damit die Aufhebung der bisherigen Unterscheidung in eine erste und eine zweite Baustufe. Zum anderen gilt es, das Projekt "Neubaustrecke Dresden – Prag" im neuen Bundesverkehrswegeplan fest zu verankern und diese damit auch in die Planungen für das künftige europäische Kernnetz aufnehmen zu können.
"Gerade jetzt werden buchstäblich die Weichen gestellt für die künftigen Schienenverkehrsachsen in Europa", so Staatsminister Morlok weiter. "Umso wichtiger ist es, schon jetzt die langfristigen Ziele im Auge zu behalten und aktiv zu begleiten, wie beispielsweise die Neubaustrecke Dresden – Prag im Rahmen des Transeuropäischen Netzes (TEN-V)." Das sächsische und das Tschechische Verkehrsministerium hatten dazu im Februar 2013 bereits einen Förderantrag auf Studienmittel zur Vorplanung und zur weiteren Grundlagenermittlung für den Neubau dieser grenzüberschreitenden Eisenbahnstrecke unterzeichnet und bei der EU eingereicht.
Mit sehr hoher Priorität wurde auch die Aufnahme des Streckenausbaus und der Elektrifizierung Chemnitz – Leipzig angemeldet, um das Oberzentrum Chemnitz – und die dynamisch wachsende Region Südwestsachsen – zeitgemäß in das nationale Netz des Schienenpersonenfernverkehrs einbinden zu können.
In Ergänzung des auf polnischer Seite bereits laufenden Ausbaus drängt der Freistaat Sachsen auch mit sehr hoher Priorität auf den Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke Dresden – Görlitz – Bundesgrenze als wichtigem Bestandteil des West-Ost-Korridors zwischen dem deutschen Hochgeschwindigkeitsnetz und den südlichen Regionen Polens. Die Elektrifizierung dieser Strecke ist eine wesentliche Voraussetzung für höherwertige Angebote im Schienenpersonenverkehr und damit einhergehende Fahrzeitverkürzungen zwischen Dresden und Breslau.
Erneut angemeldet wurden auch die bereits begonnenen Ausbauvorhaben Leipzig – Dresden und "Sachsen-Franken-Magistrale" sowie die Schließung der Elektrifizierungslücke südlich von Hof im Freistaat Bayern. Der Freistaat Sachsen drängt dabei auf eine baldige Gesamtfertigstellung dieser Projekte, damit diese bald ihre volle verkehrliche Wirksamkeit entfalten können.

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