13.03.2013
Heimatfreunde kümmern sich um Grenzgeschichte
(DTPA/RL) SCHNEEBERG: Zu einem Vortrag "Grenzüberschreitende Heimatarbeit" trafen sich die Mitglieder des Erzgebirgszweigvereins Schneeberg-Neustädtel in der "Arthur-Günther-Hutznstube" Schneeberg. Heimatforscher Klaus Welter aus Rittersgrün stellte die Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten in Tschechien vor. So sind z. B. in der Vergangenheit viele Gedenksteine und Tafeln neu entstanden oder wurden restauriert, die alte Grenzverläufe und ehemalige Siedlungen markieren oder sich bspw. mit den Todesmärschen von KZ-Häftlingen über den Erzgebirgskamm beschäftigen oder anderen markanten Ereignissen in der Geschichte des böhmischen und sächsischen Erzgebirges. Klaus Welter berichtete auch über gemeinsame grenzüberschreitende Aktionen, beklagte aber auch das teilweise Desinteresse zu Heimatthemen in der jüngeren Bevölkerung. Des Weiteren stellt Welter bei seiner Arbeit fest, das Heimatforschung oftmals von der deutschen Bürokratie erschwert wird, wichtige Fakten werden unnötigerweise geheimgehalten und die Geschichtsaufarbeitung sowie Dokumentation für die Nachwelt erschwert. Im Anschluss an den Vortrag wurde noch ein von KabelJournal produzierter Beitrag über den "Glöckner von Tellerhäuser" gesichtet. Besonders wertvoll fanden die Heimatfreunde die Tatsache, dass Ehrhart Schneider, der seit 1972 dreimal täglich die Glocke der alten Schule läutet, nach dem offiziellen dreiminütigen Läuten noch drei mal drei Nachschläge ausführt - ein alter Brauch - diese neun Schläge sollen an das Vaterunser erinnern und die Menschen zum Gebet aufrufen.

Bild: Heimatforscher Klaus Welter (links) aus Rittersgrün zu Gast beim EZV Schneeberg-Neustädtel. (Quelle: KJ/Ruben Löffler)
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