26.02.2013
DTIHK: Gehälter in Tschechien wachsen langsamer
(DTPA/MT) PRAG: Der sinkende Trend beim Gehaltsanstieg von Mitarbeitern und leitenden Angestellten in internationalen Unternehmen in Tschechien setzt sich fort. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Studie zur Vergütung, die die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer (DTIHK) und Kienbaum Management Consultants gemeinsam veröffentlichten. Demnach lag der Gehaltszuwachs von Mitarbeitern und leitenden Angestellten 2012 im Schnitt nur bei 4,2 Prozent. Noch im Vorjahr war es ein Prozent mehr, 2010 und 2009 wuchsen die Gehälter mit 7 Prozent sogar wesentlich schneller. Die Höhe der Entlohnung weicht außerdem je nach Fachrichtung und Region deutlich ab.
In die Umfrage flossen die Gehaltsdaten von 22 367 Mitarbeitern in rund 70 Unternehmen verschiedener Größe, Branche und Region in Tschechien ein. Die Ergebnisse bestätigen, dass gut ausgebildete Beschäftigte besser entlohnt werden. Dabei bestehen deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Fachrichtungen: Über das höchste Einstiegsgehalt können sich Absolventen von technischen Fächern und IT freuen, gefolgt von den Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlern. Aus den Absolventen dieser Studiengänge rekrutieren sich gleichzeitig die meisten Führungskräfte. Am unteren Ende der Skala befinden sich die Sozialwissenschaften.
Mehr als die Hälfte der Befragten stuft das Ausbildungsniveau bereits beschäftigter Arbeitskräfte als befriedigend ein, 21 Prozent bezeichnen es hingegen nur als mangelhaft. Weniger positiv stellt sich die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte dar: Ein Großteil der Unternehmen (61 Prozent) bewertet sie mit der Note "mangelhaft". Am stärksten fehlt es den Firmen an Facharbeitern und Mitarbeitern in der Produktion. "Viele deutsch-tschechische Unternehmen leiden zunehmend unter dem Fachkräftemangel, da in der Berufsausbildung in Tschechien zu wenig Wert auf die Praxis gelegt wird", bestätigt DTIHK-Geschäftsführer Bernard Bauer die Ergebnisse der Studie. "Deshalb versuchen wir in Kooperation mit dem Bildungsministerium, großen tschechischen Unternehmensverbänden und Firmen die Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen in Tschechien zu stärken", so Bauer.
Gehaltsdifferenzen hängen auch von der Position, Mitarbeiterleistung und externen Faktoren wie der Arbeitsmarktsituation ab. Eine besonders wichtige Rolle spielen außerdem die Unternehmenszweige. Im Branchenvergleich werden die Fach- und Führungskräfte in der Finanz- und Versicherungsbranche am besten entlohnt. Mehr als 60 Prozent über dem Durchschnitt liegen auch die Gehälter in der Medizintechnik, gefolgt von der Energie- und Rohstoffwirtschaft mit 53 Prozent. Einen wachsenden Einfluss auf die Verdienstmöglichkeiten hat der Unternehmensstandort: Während 2012 in Prag die Gehälter von Fach- und Führungskräften um die Hälfte über dem Landesdurchschnitt lagen (2011 waren es 30 Prozent), verdienten solche in Südböhmen und Südmähren etwa 20 Prozent weniger als der Durchschnitt.
Einen direkten Ländervergleich ermöglichen die Vergütungsreporte aus Mittel- und Osteuropa, die in Kooperation zwischen den deutschen Auslandshandelskammern und Kienbaum entstehen. Interessant sind sie nicht zuletzt für Arbeitgeber, denen sie Anhaltspunkte darüber geben, wie ihre Konkurrenten ihre Mitarbeiter bezahlen. Laut den aktuellen Ergebnissen ist in ganz Mittel- und Osteuropa ein negativer Trend beim Gehälteranstieg spürbar. So verringerte sich dieser beispielsweise in Ungarn 2011/12 gegenüber dem Vorjahr im Schnitt um mehr als ein Prozent auf 5,7; in Russland im selben Zeitraum sogar von 10,2 auf 8,7 Prozent.
Der Vergütungsreport Tschechien 2013 kann bei der DTIHK käuflich erworben werden. Näheres dazu unter: http://tschechien.ahk.de/publikationen/verguetungsstudie/

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