06.12.2012
Endspurt für Projekte in der Grenzregion
(DTPA/MT) TEPLICE: Am 4. Dezember 2012 hat der binationale Begleitausschuss des Ziel 3/Cíl 3-Programms in Teplice insgesamt zwölf grenzübergreifende Vorhaben in den Bereichen Bildung, Soziales, Tourismus und Umwelt bestätigt. Mit rund 6,8 Millionen Euro EU-Mitteln kann damit im Rahmen des Ziel 3/Cíl 3-Programms ein Gesamtvolumen von ca. 8,0 Millionen Euro umgesetzt werden. Seit Beginn der Antragstellung im August 2008 konnten sich nunmehr 203 Projekte qualifizieren. Die im Ziel 3/Cíl 3-Programm zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von rund 195 Millionen Euro für die laufende Förderperiode 2007-2013 sind damit fast vollständig gebunden.
Von den neu bestätigten Projekten werden sechs unter sächsischer und sechs unter tschechischer Federführung realisiert. Die sächsisch-tschechischen Projekte müssen mindestens zwei der vier Kriterien, "gemeinsame Planung", "gemeinsame Durchführung", "gemeinsame Finanzierung" und "gemeinsames Personal", erfüllen, um eine Förderung aus dem Ziel 3/Cíl 3-Programm zu erhalten.
Das übergeordnete Ziel der Förderung besteht darin, für das sächsisch-tschechische Fördergebiet grenzübergreifende wirtschaftliche, soziale und ökologische Aktivitäten durch gemeinsame Strategien für eine nachhaltige territoriale Entwicklung zu gestalten und umzusetzen.
Im Programmschwerpunkt Entwicklungen der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Fördergebiet stimmte der Begleitausschuss der Förderung von drei Projekten zu.
Im Bereich Förderung schulischer Projekte können die Stadtverwaltung Markneukirchen und die Stadt Luby das Projekt "Partnerschulen brauchen Begegnungsräume" realisieren. Ziel des Projektes ist der Umbau und die energetische Sanierung der alten Schulturnhalle des Gymnasiums Markneukirchen zu einer deutsch-tschechischen Kunstwerkstatt, in der zwei Klassenräume und eine Galerie für gemeinsame schulische und außerschulische Projekte mit der Grundschule Luby entstehen. Da beide Schulen ein künstlerisch-musisches Profil haben, sollen die neuen Räumlichkeiten für gemeinsamen Unterricht, Ausstellungen, Proben und Konzerte genutzt werden. So kann ein grenzübergreifendes Schul- und Kulturzentrum mit Ausstrahlung auf die gesamte Region entstehen. Das Vorhaben wird von der EU mit einem Zuschuss in Höhe von rund 980.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.
Im Programmschwerpunkt Entwicklung der Wirtschaft und des Tourismus wurde der Förderung von fünf Projekten zugestimmt.
Im Bereich Investive Maßnahmen im Bereich der touristischen Infrastruktur werden die TU Bergakademie Freiberg, die Stadt Abertamy und Förderverein "Himmelfahrt Fundgrube Freiberg/Sachsen" e. V. das Vorhaben "Erweiterung des Lehrpfades Reiche Zeche und Ausbau des Christof-Stollens für Besucher im Bergbaukomplex Mauritius in Abertamy/Abertham OT Hřebečná/Hengstererben" umsetzen. In Freiberg kann damit der bestehende Lehrpfad zur Geschichte des Bergbaus um Schaukammern zur Demonstration von Technik erweitert und um eine eigene Abbaustätte für Besucher ergänzt werden, während in Abertamy die historische Grube Mauritius für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Die EU unterstützt das Vorhaben mit einem Zuschuss in Höhe von rund 460.000 Euro aus dem EFRE.
Im Programmschwerpunkt Verbesserung der Situation von Natur und Umwelt stimmte der Begleitausschuss der Förderung von vier Projekten zu.
Im Bereich Förderung von Maßnahmen im Bereich Klima-, Wald-, Naturschutz und Landschaftspflege einschließlich Natura 2000 haben der Verein "Čmelák – Společnost přátel přírody" in Liberec und die Stiftung Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal in Ostritz grünes Licht für das Projekt "Landschaftsstrukturen im tschechisch-sächsischen Grenzgebiet" erhalten. Mit diesem Vorhaben soll der Entwertung der Landschaft und der Reduzierung der Biodiversität (biologischen Vielfalt) im Grenzgebiet entgegengewirkt werden. Zum Schutz der freien Landschaft und zur Erneuerung der Landschaftsstrukturen werden Revitalisierungsmaßnahmen durchgeführt, wie die Pflanzung ursprünglicher Gehölzarten und regionaler Obstbaumsorten, und von umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Das Vorhaben wird von der EU mit einem Zuschuss in Höhe von rund 340.000 Euro aus dem EFRE gefördert.
Durch die fortgeschrittene Mittelauslastung des Programms werden künftig nur noch Vorratsprojekte durch den Begleitausschuss bestätigt werden können. Für die Bewilligung von Vorratsprojekten hat der Begleitausschuss Eckpunkte festgelegt, die auf der programmeigenen Internetseite abrufbar sind.
Die Antrags- und Bewilligungsstellen stehen den Kooperationspartnern für die Beratung von Vorratsprojekten zur Verfügung.
Antrags- und Bewilligungsstelle für Projekte außerhalb des Kleinprojektefonds ist die Sächsische Aufbaubank – Förderbank – (SAB). Ausführliche Informationen zum Antragsverfahren und zu Kontaktdetails erhalten alle Interessierten auf der Website von Ziel 3/Cíl 3 unter http://www.ziel3-cil3.eu. Anfragen zu Fördermöglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sowie zu Beratungsterminen können an kontakt@ziel3-cil3.eu gerichtet werden.

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