25.09.2012
Zusammenarbeit über Grenzen hinweg lohnt sich
(DTPA/MT) ANNABERG-BUCHHOLZ: Sachsen und Tschechien werden bei der Entwicklung gemeinsamer grenzübergreifender Projekte weiterhin intensiv zusammenarbeiten. Das sagt Umweltminister Frank Kupfer am 25. September anlässlich stattfindenden Ziel 3/ Cíl3-Jahresveranstaltung in Annaberg-Buchholz. "Die Zusammenarbeit mit unseren Partnern in der tschechischen Republik verschafft uns Zugriff auf wichtige Fördermittel der EU, die nur für grenzübergreifende Projekte zur Verfügung stehen. Rund 195 Millionen Euro können wir allein von 2007 bis 2013 gemeinsam für unterschiedlichste Projekte im sächsisch-tschechischen Grenzraum einsetzen."
"Ziel der EU ist es, dass Staatsgrenzen für die Entwicklung der Regionen kein Hemmnis mehr sind", so Kupfer weiter. "Die 454 Kilometer lange Grenze zwischen Sachsen und der Tschechischen Republik soll nicht trennen, sie muss uns Nachbarn verbinden. Auf diesem Weg sind wir in den vergangenen 20 Jahren ein großes Stück vorangekommen." Auch die neuen Anforderungen der EU in der laufenden Förderperiode seien dabei weitgehend gemeistert worden. So würden Projekte heute nicht mehr nur partnerschaftlich, sondern mit gemeinsamer Finanzierung und gemeinsamem Personal umgesetzt.
Zu den 178 Projekten, die innerhalb des Programms Ziel 3 / Cìl 3 von 2007 bis 2013 umgesetzt werden, gehört die grenzübergreifende Kindertagesstätte "Sonnenschein", in der ab 2014 Kinder aus Klingenthal (Vogtlandkreis) und Kraslice (Tschechische Republik) gemeinsam betreut werden sollen. Das Vorhaben, zu dem unter anderem ein Ersatzneubau für eine bestehende Kindertagesstätte gehört, wird mit mehr als einer Million Euro aus den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Ein weiteres Projekt, das mit 1,2 Millionen Euro EFRE-Mitteln gefördert wird, soll die Suche nach einer Lösung für die Belastung von Trinkwasser mit organischen Schadstoffen unterstützen. Dazu arbeiten das Biologické centrum AV ČR in České Budějovice, der Lesy České republiky (Staatsforstbetrieb) in Hradec Králové, der Staatsbetrieb Povodí Ohře in Chomutov und der Staatsbetrieb Landestalsperrenverwaltung in Pirna zusammen. Zu dem Projekt gehören unter anderem verschiedene Forschungsprojekte an den Talsperren Fláje (Tschechien) und Rauschenbach (Sachsen).
Eine wichtige Aufgabe sei die Vorbereitung auf die bevorstehende Förderperiode ab 2014, so der Minister abschließend: "Für die Zeit bis 2020 werden jetzt die Weichen gestellt. Für Sachsen ist es eine große Ehre und ein Zeichen des wachsenden Vertrauens, dass unsere tschechischen Partner auch künftig die Verantwortung für Planung und Koordinierung in sächsischer Hand sehen. Mit der Übertragung der Aufgabe an das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft steht diese Zusammenarbeit auch weiter auf solidem Fundament."

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