03.02.2000
Industriegebiete Südwestsachsen und Nordwestböhmen
(DTPA) CHEMNITZ/OBERWIESENTHAL: Die Regionen Südwestsachsen und Nordwestböhmen sind zwar durch eine Staatsgrenze getrennt, doch es gibt eine Reihe von Gemeinsamkeiten. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Südwestsachsen Chemnitz-Plauen-Zwickau, Michael Lohse, sieht diese vor allem in der historischen Entwicklung. So hätten sich beide Gebiete ähnlich zu Wirtschaftsregionen entwickelt.
In SÜDWESTSACHSEN ist der Maschinenbau und Werkzeugmaschinenbau noch immer der bedeutendste Wirtschaftsfaktor. Zu den Zentren zählen Chemnitz und Plauen. Traditionell ist in Südwestsachsen auch der Fahrzeugbau zu Hause. Volkswagen hat nach der Wiedervereinigung in Zwickau eine der modernsten Autofabriken erbaut. Weitere Industriezweige in Südwestsachsen sind die Textil- und Bekleidungsindustrie, Elektrotechnik und Elektronik, zunehmend auch Biotechnologie und die Entwicklung von Umwelttechnologien. Das Handwerk spielt in dieser Region eine erhebliche Rolle. Es fühlt sich zum einen der Tradition verpflichtet. Zum anderen sind in Südwestsachsen moderne Handwerksberufe zu finden.
Für die Industrie in WESTBÖHMEN hat mit der Öffnung der Landesgrenzen 1989 die Nähe zu Deutschland eine rasche Entwicklung gesichert. Die wichtigsten Industriezweige der Region sind Schwermaschinenbau, Eisenmetallurgie, Braunkohlenbergbau und Baumaterialherstellung. Schon weniger Bedeutung haben chemische, Textil-, Glas-, Keramik-, Nahrungsmittel- und holzverarbeitende Industrie. In diesen Zweigen sind jedoch viele weltberühmte Firmen zu finden. Schwermaschinenbau und Eisenmetallurgie sind in Plzen und in Ostrov konzentriert. Braunkohlentagebaue und chemische Industrie findet man in Sokolov und Vresová. Textilproduktion gibt es in As , Nejdek und Kraslice, Lederherstellung in Klatovy. Die Nahrungsmittelindustrie konzentriert sich in Karlovy Vary und besonders in Plzen mit seinen weltbekannten Bierbrauereien Prazdroj (Pilsener Urquell) und Gambrinus.
NORDBÖHMEN ist als wichtigster einheimischer Energieversorger der Tschechischen Republik eine der wirtschaftlich bedeutendsten Regionen des Landes. Die führenden Industriezweige der Region sind Braunkohlengewinnung und Energieproduktion. Andere wichtige Industrien sind die chemische Industrie (Petrochemie und pharmazeutische Industrie), Textilindustrie, Maschinenbau, Eisenmetallurgie und besonders die Glas- und Keramikherstellung. Braunkohlenabbau im Tagebau und die Weiterverarbeitung der Kohle sind eng mit den Tagebauen zwischen Chomutov und Teplice verbunden. Chemische Industrie befindet sich zwischen Most und Litvínov, in Ústí nad Labem und in Lovosice. Ein traditionsreiches Zentrum der Textilindustrie ist der nordöstliche Teil der Region.
Bei einer Konferenz im Grenzort Oberwiesenthal sprach sich der Präsident der IHK Südwestsachsen dafür aus, basierend auf diesen Gemeinsamkeiten die beiden Regionen weiter zu verknüpfen. Derzeit ist die deutsch-tschechische Grenze eine EU-Außengrenze. Die Tschechische Republik ist EU-Beitrittskandidat. Ein Termin für die Aufnahme Tschechiens in die Europäische Union steht noch nicht fest.

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