10.08.2012
Auswirkungen von Ultrafeinstaub werden untersucht
(DTPA/FM) ANNABERG-BUCHHOLZ: Luftschadstoffe kennen keine Grenzen. Doch nun gibt es auch ein grenzüberschreitendes EU-Projekt, bei dem deutsche und tschechische Partner die Auswirkungen von Ultrafeinstaub auf die menschliche Gesundheit untersuchen. Projektleiter Dr. Alexander Schladitz vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie stellte am 7. August in Annaberg-Buchholz das Projekt vor, denn hier befindet sich einer der Messpunkte.
Projektleiter Dr. Alexander Schladitz: "Es gibt wissenschaftliche Studien, deshalb wurde dieses Projekt auch initiiert, dass möglicher Weise ultrafeine Partikel zu Herzkreislauferkrankungen beitragen können und zu Lungenerkrankungen. Deshalb wird hier zusätzlich zur normalen Messtechnik die ultrafeinen Partikel gemessen."
Ultrafeinstaubpartikel haben nur einen Tausendstel Durchmesser eines Haares. Wegen ihrer geringen Größe gelangen sie nahezu ungefiltert über die Lunge in den Körper und bleiben auch dort. Sie können schwere Herz-Kreislauf- und Lungen-Erkrankungen verursachen. In das bis 2014 dauernde Ziel3-Projekt "Ultraschwarz" sind deshalb auch das Erzgebirgsklinikum Annaberg-Buchholz und Arztpraxen der Stadt eingebunden. Patienten werden gebeten, Fragebogen auszufüllen. Das Resultat der dreijährigen Studie zu den Zusammenhängen von Feinstaub und Gesundheit soll auch eine Empfehlung einer Höchstgrenze für Ultrafeinstaub sein.
Hauptuntersuchungsgebiete sind Annaberg-Buchholz auf deutscher und Ústí nad Labem auf tschechischer Seite – und das nicht ohne geschichtlichen Hintergrund: Zwischen beiden Städten lag vor der Wende eine Industrieregion, die nicht nur durch ihren Katzendreckgestank auffiel, sondern auch führend bei der Luftverschmutzung in Europa war.
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