18.03.2002
OMV: EU-Beitritt Prags mit Dekreten verknüpfen
(DTPA/DH) DRESDEN: Der Ost- und Mitteldeutsche Verband der CDU/CSU (OMV) in Dresden unterstützt Vaatz bei seiner Forderung, den EU-Beitritt Tschechiens mit der Frage nach den Benes-Dekreten zu verknüpfen. Der Dresdner Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz hatte bereits in einem Artikel in der «Welt» vom Freitag gefordert, den tschechischen EU-Beitritt mit der Frage nach den Benes-Dekreten zu verknüpfen. Dabei kritisierte Vaatz das Vorgehen deutscher Politiker, die "scheinbar den Beitritt der Tschechischen Republik nachdrücklicher wünschen und beflissener verfolgen als die Bürger Tschechiens selbst es tun". Weiter schreibt der Abgeordnete: "Die Vertreibung zwang die deutsche Nachkriegsgesellschaft - in Ost und West - zu einer in der Geschichte ziemlich einzigartigen Integrationsleistung. Diese müsste als fehlgeschlagen angesehen werden, wenn die deutsche Politik einen Zweifel daran ließe, dass Angriffe auf unsere vertriebenen Mitbürger Angriffe auf unsere gesamte Gesellschaft sind", so Vaats.
Für die OMV der CDU Dresden begrüßte der Kreisvorsitzende Peter Dyroff Vaatz´ Vorstoß, dass es erfreulich sei, dass nun "endlich das Selbstverständliche ausgesprochen" werde. Die Entscheidung für die EU sei weniger eine Entscheidung für einen verstärkten Fluss von Subventionen, sondern in erster Linie eine Entscheidung für ein bestimmtes Rechts- und Wertesystem. Dieses würde mit Füßen getreten, wollte man die damaligen Verbrechen heute mit Formelkompromissen im nachhinein legalisieren, so Dyroff.
"Wir fordern keine diplomatischen Formeln, sondern das Eingeständnis der Tschechischen Republik, dass die Vertreibung und Entrechtung von Millionen tschechischer Staatsbürger wegen ihrer Nationalität ein Verbrechen war", sagte Dyroff.

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