18.03.2002
Bessere Beziehungen denn je
(DTPA/dk) REGENSBURG/FREIBURG/DRESDEN: "Die deutsch-tschechischen Beziehungen sind besser als je zuvor." Mit diesen Worten wollen eine Reihe von Leuten, die auf dem Gebiet der deutsch-tschechischen Beziehungen arbeiten, auf anderslautende Äußerungen antworten:
"Antje Vollmer beklagt auf der Fachkonferenz des Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums die Zerstörung ihres Liedes, Berthold Kohler diagnostiziert in der FAZ vom 12. März 2002 einen nicht herunterzuspielenden Dissens. Glaubt man dem, was öffentlich über das deutsch-tschechische Verhältnis geäußert wird, dann ähnelt es der Zustandsbeschreibung eines zutiefst kranken Patienten. Aber ist die behauptete "blbá nálada" ("miese Stimmung") wirklich eine zutreffende Beschreibung der deutsch-tschechischen Beziehungen seit der Deklaration von 1997?
Wohl kaum! Blickt man hinter die deutsch-tschechischen Kulissen, die noch immer mit den scheinbar ungelösten Vergangenheitsfragen verkleidet sind, dann wird der staunende Beobachteter ein buntes Spektrum an deutsch-tschechischen Projekten vorfinden. Ob in München oder Hamburg, Dresden oder Köln, an unzähligen Orten in Deutschland werden tschechische Kulturfestivals organisiert. Das Koordinierungszentrum für den deutsch-tschechischen Jugendaustausch - Tandem - kann sich vor Arbeit kaum retten, die von ihm organisierte Online-Kontaktbörse für die Vermittlung von Partnerschaften zwischen deutschen und tschechischen Institutionen quillt über. Der seit der Deklaration bestehende Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds hat bis heute ca. 1.400 Projekte gefördert, insgesamt flossen über 22,5 Millionen DM in die unterschiedlichsten deutsch-tschechische Zukunftsprojekte. Neben staatlich gestützten Projekten und weit entfernt von "sudetendeutscher Heimatpflege" gibt es ein veritables Engagement "von unten", genannt sei hier nur die Arbeit der "Deutsch-Tschechischen und -Slowakischen Gesellschaft", die der "GFPS -Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa" oder die der 1997 gegründeten "Brücke/Most-Stiftung" aus Dresden, die sich mit erheblichen finanziellen und personellen Kapazitäten für ein konstruktives Miteinander zwischen Deutschen und Tschechen einsetzt. Die Maschen des deutsch-tschechischen Netzwerks werden immer enger, es entsteht eine bilaterale Zivilgesellschaft, die einen eigentlich unübersehbaren Baustein eines vereinten Europas bildet. Davon können die Unterzeichner sich in Ihrer Arbeit tagtäglich überzeugen.
Dieses Lied lässt sich nicht so leicht zerstören, dafür ist es auch nicht so laut wie manch populistische Politikeraussage oder abstruse Verschwörungstheorie. Es wird Zeit, dass seine Klänge gehört werden.""

Daniel Kraft, Brücke/Most-Stiftung zur Förderung der deutsch-tschechischen Verständigung und Zusammenarbeit, Dresden
Hansjürgen Karl, Koordinierungszentrum für den deutsch-tschechischen Jugendaustausch - Tandem, Regensburg
Irina Wutsdorff, Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds, Prag
Peter Scheible, Deutsch-Tschechische und -Slowakische Gesellschaft, Köln
Ina Gamp, GFPS und Deutsch- Tschechisches Jugendforums, Berlin
Eva Profousová, Ahoj Prag! Hamburger Kulturinitiative für Kulturaustausch, Hamburg
Peter Baumann, Brücke/Most-Stiftung, Dresden


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