22.06.2012
Kinder sind die Zukunft der Grenzregion
(DTPA/MTL) PERSTEJN: Am 19. Juni hat der binationale Begleitausschuss des Ziel 3/Cíl 3-Programms in Perštejn insgesamt 15 grenzübergreifende Vorhaben in den Bereichen Soziales, Bildung,  Kultur, Wirtschaft, Tourismus und Umwelt bestätigt. Mit rund 9,7 Millionen Euro EU-Mitteln kann damit im Rahmen des Ziel 3/Cíl 3-Programms ein Gesamtvolumen von rund 11,4 Millionen Euro umgesetzt werden. Seit Beginn der Antragstellung im August 2008 konnten sich nunmehr 176 Projekte qualifizieren.
11 Projekte werden unter sächsischer und vier Projekt unter tschechischer Federführung realisiert. Die sächsisch-tschechischen Projekte müssen mindestens zwei der vier Kriterien, "gemeinsame Planung", "gemeinsame Durchführung", "gemeinsame Finanzierung" und "gemeinsames Personal", erfüllen, um eine Förderung aus dem Ziel 3/Cíl 3-Programm zu erhalten.
Das übergeordnete Ziel der Förderung besteht darin, für das sächsisch-tschechische Fördergebiet grenzübergreifende wirtschaftliche, soziale und ökologische Aktivitäten durch gemeinsame Strategien für eine nachhaltige territoriale Entwicklung zu gestalten und umzusetzen.
Im Programmschwerpunkt Entwicklungen der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Fördergebiet stimmte der Begleitausschuss der Förderung von sieben Projekten zu.
Im Bereich Förderung von Innovationsprozessen in Kindertageseinrichtungen können die Städte Klingenthal und Kraslice das Projekt "Neubau einer grenzübergreifenden Kindertagesstätte ‚Sonnenschein‘ Klingenthal" realisieren. Dabei sollen durch einen Ersatzneubau der bestehenden Kindertagesstätte "Kneipp-Kinderhaus Sonnenschein" in Klingenthal zeitgemäße Voraussetzungen für eine gemeinsame Betreuung deutscher und tschechischer Kinder im Krippen- und Kindergartenalter geschaffen werden. Die Einstellung einer tschechischen Pädagogin gewährleistet zukünftig eine bilinguale Erziehung der Kinder. Zugleich wird die bereits bestehende Kooperation mit dem Kindergarten "Barvička" in Kraslice vertieft. Das Vorhaben wird von der Europäischen Union mit einem Zuschuss in Höhe von 1.006.145,01 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.
Im Programmschwerpunkt Entwicklung der Wirtschaft und des Tourismus wurde der Förderung von sieben Projekten zugestimmt.
Im Bereich Förderung gemeinsame Konzept- und Produktentwicklung sowie Durchführung gemeinsamer Marketingmaßnahmen im Bereich Tourismus werden die Stiftung Haus Schminke, Löbau, und die Stadtverwaltung Löbau zusammen mit der Technischen Universität Liberec das Vorhaben "Topographie der Bauten der Moderne (TOPOMOMO)" umsetzen. Das Projekt will ein ergänzendes kulturtouristisches Angebot in der Euroregion Neisse entwickeln. Dabei sollen international bedeutende Gebäude des "Neuen Bauens" von deutschen und tschechischen Forschungseinrichtungen gemeinsam untersucht und als touristische Bausteine grenzübergreifend vernetzt werden. Die Bauten werden Besuchern durch qualifizierte Touren, ein innovatives IT-Wegeleitsystem und eine Wanderausstellung dauerhaft zugänglich gemacht und mit den bereits vorhandenen Kulturangeboten verbunden. Als erster touristischer Anlaufpunkt wird im Haus Schminke in Löbau ein internationales Informationszentrum eingerichtet. Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben mit einem Zuschuss in Höhe von 317.559,96 Euro aus dem EFRE.
Im Programmschwerpunkt Verbesserung der Situation von Natur und Umwelt stimmte der Begleitausschuss der Förderung eines Projektes zu.
Im Bereich Gemeinsame Maßnahmen im Bereich Hochwasserschutz, Wasserwirtschaft, Wasserbau, Schutz von Gewässern  haben das Internationale Hochschulinstitut Zittau, das Forschungsinstitut für pflanzliche Erzeugnisse (Výzkumný ústav rostlinné výroby V.V.I.) und die Böhmische Technische Hochschule (České vysoké učení technické), beide Prag, grünes Licht für das Projekt "Entwicklung von Landnutzungskonzepten zur nachhaltigen Verbesserung der Wassergüte und des Erosionsschutzes im grenzüberschreitenden Einzugsgebiet der Neiße" erhalten. Da die Wasserkontamination in dieser Region zu den höchsten in Sachsen und Tschechien gehört, soll die grenzüberschreitende Untersuchung des Einflusses der Landnutzung auf Abfluss, Abtrag chemischer Stoffe und Wassergüte helfen, den jetzigen Zustand zu verbessern und das Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen. Das Vorhaben wird von der Europäischen Union mit einem Zuschuss in Höhe von 457.210,52 Euro aus dem EFRE gefördert.
Antrags- und Bewilligungsstelle für Projekte außerhalb des Kleinprojektefonds ist die Sächsische Aufbaubank – Förderbank – (SAB). Ausführliche Informationen zum Antragsverfahren und zu Kontaktdetails erhalten alle Interessierten auf der Website von Ziel 3/Cíl 3 unter www.ziel3-cil3.eu Anfragen zu Fördermöglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sowie zu Beratungsterminen können an kontakt@ziel3-cil3.eu gerichtet werden.

Copyright © 2012 by KabelJournal GmbH Beierfeld. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden!