11.06.2012
Erzgebirgsverein gegen Windpark
(DTPA/MT) RECHENBERG-BIENENMÜHLE: Der Erzgebirgsverein hat sich gegen den geplanten Windpark im tschechischen Moldava positioniert.
Seit geraumer Zeit werden in Sachsen die Pläne zur Errichtung einer Windparkanlage im Gebiet des tschechisch-deutschen Erzgebirges heftig diskutiert. Vor allem der geplante Windpark nahe der Ortschaft Moldava/Moldau hat für heftige Proteste gesorgt. Die Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle hat mit einer Petition an das Europäische Parlament bereits auf die möglichen Auswirkungen für die Natur und den Tourismus aufmerksam gemacht hat.
Am 7. Juni hat der Europa-Abgeordnete Dr. Peter Jahr gemeinsam mit dem tschechischen Europaabgeordneten Jan Brezina und der für das Projekt zuständigen Beamtin aus dem Prager Umweltministerium, Jaroslava Honova, zu einem Dialog mit den Betroffenen nach Rechenberg-Bienenmühle und anschließender Vor-Ort-Besichtigung eingeladen. Die Gesprächsrunde war prominent besetzt, neben den Bundestagsabgeordneten Veronika Bellmann, Heinz-Peter Haustein und Klaus Brämig nahmen Landrat Volker Uhlig, die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden und zahlreiche Vertreter von Vereinen und Verbänden, wie dem Sächsischen Heimatschutz, dem Erzgebirgsverein und Vertreter deutscher und tschechischer Bürgerinitiativen daran teil.
Jaroslav Pok, der Bürgermeister von Moldava, verteidigte den Bau des Windparks in seiner Gemeinde, erhofft er sich doch mit den Einnahmen von 3,2 Millionen Euro wichtige Investitionen tätigen zu können. Für diese Gratifikation soll ein kompakter Windpark mit fast 20 Windrädern von je 185 m Höhe errichtet werden. Doch während sich der tschechische Bürgermeister von der Anlage wirtschaftlichen Aufschwung verspricht, fürchten seine sächsischen Kollegen um den Tourismus. So verläuft unweit des geplanten Windparks der erst vor einem Jahr eingeweihte zertifizierte Qualitätswanderweg Erzgebirge/Vogtland, der bereits eine rege touristische Nachfrage erfährt. Noch brisanter ist aber, dass die Windräder mitten in einem europäischen Vogelschutzgebiet des Programms Natura 2000 mit dem größten Bestand an Birkhühnern in europäischen Mittelgebirgen stehen sollen. Noch bis zum 13. Juni können sächsische Bürger beim tschechischen Umweltministerium Stellung zum Windpark beziehen. Die Bundesvorsitzende des Erzgebirgsvereins, Dr. Gabriele Lorenz, sprach sich bei dem Treffen in Rechenberg-Bienenmühle noch einmal klar gegen das Windparkprojekt aus, das einen massiven Eingriff in das Landschaftsbild und in den Naturhaushalt darstellt und im Widerspruch zu den grenzüberschreitenden Bemühungen zur touristischen und naturschutzfachlichen Zusammenarbeit steht.

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