14.03.2012
Auf dem Weg zur gemeinsamen Grenzregion
(DTPA/MT) BAD ELSTER: Am 13. März 2012 hat der binationale Begleitausschuss des Ziel 3/Cíl 3-Programms in Bad Elster insgesamt sieben grenzübergreifende Vorhaben in den Bereichen Soziales, Tourismus und Umwelt bestätigt. Mit rund 5,7 Millionen Euro EU-Mitteln kann damit im Rahmen des Ziel 3/Cíl 3-Programms ein Gesamtvolumen von rund 6,9 Millionen Euro umgesetzt werden. Seit Beginn der Antragstellung im August 2008 konnten sich nunmehr 161 Projekte qualifizieren.
Im Bereich Förderung von Innovationsprozessen in Kindertageseinrichtungen können die Städte Reichenbach/Oberlausitz und Okrouhlá das Projekt "Die Geschichte vom Meusel und dem kleinen Maulwurf" realisieren. Dabei werden jeweils eine sächsische und eine tschechische Kindertageseinrichtung vergrößert und umweltgerecht saniert. Pädagogen und Kinder werden sich mit der Geschichte und dem Alltagsleben beider Städte inhaltlich und sprachlich auseinandersetzen und auf diese Weise ihre Sprachkompetenz stärken. Höhepunkt des Projektes ist die gemeinsame Erarbeitung und Aufführung eines zweisprachigen Theaterstückes vom "Meusel und dem kleinen Maulwurf". Das Vorhaben wird von der Europäischen Union mit einem Zuschuss in Höhe von rund 922.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.
Im Bereich Investive Maßnahmen im Bereich der touristischen Infrastruktur wird die Gemeindeverwaltung Rechenberg-Bienenmühle gemeinsam mit dem Staatsbetrieb Wälder und Forsten der Tschechischen Republik/Lesy České republiky, der Agrargenossenschaft "Bergland" Clausnitz e.G., dem Staatsbetrieb Sachsenforst, Forstbezirk Marienberg und dem Heimatgeschichtsverein Rechenberg-Bienenmühle e.V. das Vorhaben "Die Neugrabenflöße vom Oberlauf der Flöha in die Freiberger Mulde – ein kulturhistorischer Lehrpfad" umsetzen. Ziel des Projektes ist es, diesen Kanal, auf dem einst Holz aus Böhmen nach Freiberg geflößt wurde, als grenzüberschreitendes technisches Denkmal wieder zugänglich zu machen. Neben der Instandsetzung und zweisprachigen Beschilderung wird eine Broschüre zur Geschichte der Flößerei auf und an der oberen Freiberger Mulde veröffentlicht. Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben mit einem Zuschuss in Höhe von rund 174.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Im Bereich Förderung des Umweltbewusstseins, der Umweltbildung und des Umweltmanagements haben das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V. Dresden (IÖR) und die Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem grünes Licht für das Projekt "Mehrwert Natur Ost-Erzgebirge" erhalten. Ziel dieses Vorhabens ist die Bewertung von Ökosystemdienstleistungen im sächsisch-tschechischen Osterzgebirge als wichtige Grundlage für Regionalentwicklung, Naturschutz und Umweltbildung. Die Kooperationspartner kommen damit einer Aufforderung der Europäischen Kommission nach, bis zum Jahr 2014 flächendeckende Erfassungen und Bewertungen von Ökosystemdienstleistungen in allen Mitgliedstaaten vorzunehmen. Neben der Erfassung von Daten entstehen eine Webseite, GPS-Geländespiele und ein E-Learning-Portal. Die Kooperationspartner organisieren einen Workshop und eine Konferenz und bieten naturkundliche Führungen an. Die Projektergebnisse werden in der Tages- wie auch in der Fachpresse veröffentlicht. Das Vorhaben wird von der Europäischen Union mit einem Zuschuss in Höhe von rund 355.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.
Antrags- und Bewilligungsstelle für Projekte außerhalb des Kleinprojektefonds ist die Sächsische Aufbaubank – Förderbank – (SAB). Ausführliche Informationen zum Antragsverfahren und zu Kontaktdetails erhalten alle Interessierten auf der Website von Ziel 3/Cíl 3 unter http://www.ziel3-cil3.eu Anfragen zu Fördermöglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sowie zu Beratungsterminen können an kontakt@ziel3-cil3.eu gerichtet werden.

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