14.02.2012
Gehälter wachsen in Tschechien langsamer
(DTPA/MT) PRAG: Die Bezahlung von Mitarbeitern und leitenden Angestellten in internationalen Unternehmen in Tschechien wuchs im letzten Jahr deutlich langsamer als in den Vorjahren. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Studie zur Vergütung in Tschechien, die die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer (DTIHK) und Kienbaum Management Consultants nun zum zwölften Mal veröffentlichen. Während 2009 und 2010 die Gehälter nominell um rund 7% stiegen, lag der Zuwachs 2011 nur bei 5,2% mehr Gehalt als im Vorjahr. Unverändert ist die ungünstige Verfügbarkeit von Fach- und Führungskräften.
In die Umfrage flossen die Gehaltsdaten von rund 17.400 Mitarbeitern in 63 Unternehmen verschiedener Größe, Branche und Region in Tschechien ein. Die Ergebnisse bestätigen, dass gut ausgebildete Beschäftigte besser entlohnt werden. Zudem hängen Gehaltsdifferenzen von Position, Mitarbeiterleistung und externen Faktoren ab. So zeigte sich, dass mit der Größe des Unternehmens oder der ausländischen Muttergesellschaft auch die Gehälter von Führungskräften steigen. Im Branchenvergleich werden Mitarbeiter und leitende Angestellte in der Energie- und Rohstoffwirtschaft im Schnitt am besten entlohnt, gefolgt von der Finanz- und Versicherungsbranche. Einen großen Einfluss auf die Verdienstmöglichkeiten hat auch der Unternehmensstandort – während in Prag die Gehälter um 30% über dem Landesdurchschnitt liegen (2010 waren es 15%), verdienen Mitarbeiter und Führungskräfte in Südböhmen fast 30% weniger als der Durchschnitt.
Mehr als die Hälfte der Befragten stuft das Ausbildungsniveau bereits beschäftigter Arbeitskräfte als befriedigend ein, 32% gaben sogar die Bestnote. Weniger positiv ist seit mehreren Jahren die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte: ein Großteil der Unternehmen (57%) bewertet diese als mangelhaft. Am stärksten fehlt es den Firmen an Facharbeitern. "Wir bekommen von vielen deutsch-tschechischen Unternehmen die Rückmeldung, dass es ihnen zunehmend schwer fällt, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden", bestätigt DTIHK-Geschäftsführer Bernard Bauer die Ergebnisse der Studie. "Deshalb setzen wir uns 2012 mit unserem Jahresmotto "Gemeinsam für Fachkräfte und Innovation" besonders intensiv für mehr Praxisbezug, Fremdsprachenkenntnisse und Innovationsbezug in der Berufsausbildung in Tschechien ein."
Wie Vergleichsstudien zeigen, schneiden andere mittel- und osteuropäische Länder bei der Verfügbarkeit von Fachkräften oft besser ab als Tschechien: In Ungarn und Russland schätzt etwa die Hälfte der analog befragten Unternehmen die Situation als befriedigend ein. Einen direkten Ländervergleich ermöglichen die Vergütungsreporte aus Mittel- und Osteuropa auch für Geschäftsführer, Führungs- und Fachkräfte. Die Publikationen entstehen in Kooperation zwischen deutschen Auslandshandelskammern und Kienbaum. Interessant sind sie nicht zuletzt für Arbeitgeber, denen sie Anhaltspunkte darüber geben, wie ihre Konkurrenten ihre Mitarbeiter bezahlen.
Der Vergütungsreport Tschechien 2011/12 kann bei der DTIHK käuflich erworben werden. Näheres dazu unter http://www.dtihk.cz.

Copyright © 2012 by KabelJournal GmbH Beierfeld. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden!