20.02.2002
Deutsch-tschechisches Jugendforum
(DTPA/MD) MÜNCHEN: Die Stimme der Jugend in den deutsch-tschechischen Dialog einbringen. Das ist das Ziel des Deutsch-Tschechischen Jugendforums, das sich vom 22.-24.02.2002 in der Begegnungsstätte in Theresienstadt/ Terezín trifft. Die je zwanzig Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren stammen aus der bilateralen Jugendarbeit und wollen ihre Erfahrungen bündeln und Sprachrohr der Jugend und ihre Interessensvertretung im deutsch-tschechischen Dialog sein.
Inspiration erhofft sich das Forum von den Erfahrungen der Deutsch-Tschechischen Historikerkommission. Deren tschechischer Vorsitzende Prof. Jan Køen aus Prag und die Leiterin des wissenschaftlichen Büros und Mitglied der Kommission Prof. Michaela Marek aus Leipzig werden am Sonntagvormittag über die Arbeit der Kommission berichten und ihre Sicht über die Bedeutung der Geschichte für die Politik von heute darlegen. Nach diesen Ausführungen ist eine ausführliche Diskussion vorgesehen. Im Rahmen des Treffens werden die Jugendlichen das ehemalige Konzentrationslager und die Katakomben des vormals jüdischen Ghettos besuchen.
Im Mittelpunkt des zweiten Treffens, nach der Konstituierung im November 2001 in Bayreuth, steht die inhaltliche Ausrichtung des Forums. Zu den Themen Jugendaustausch, Medien und Geschichte hatte das Forum Arbeitsgruppen gebildet, die ihre Ergebnisse vorstellen werden. Zudem wollen sich die Jugendvertreter zu den aktuellen Fragen des deutsch-tschechischen Dialogs zu Wort melden. Auf einer Konferenz des Koordinierungsrates Anfang März in Berlin hat das Forum die Möglichkeit, seine Vorstellungen von der Zukunft der deutsch-tschechischen Beziehungen zu präsentieren. Auf dieser Fachtagung im Auswärtigen Amt treffen sich Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur aus Deutschland und Tschechien, um die Entwicklung der deutsch-tschechischen Beziehungen nach der deutsch-tschechischen Erklärung von 1997 zu diskutieren, die letzten fünf Jahre zu bewerten und daraus Überlegungen für die künftige Arbeit abzuleiten.
Das deutsch-tschechische Jugendforum wurde als Projekt des Koordinierungsrates in Leben gerufen und konstituierte sich im Herbst letzen Jahres. Ziel dieses Vorhaben ist es, die Sicht der jungen Generation in den institutionalisierten bilateralen Dialog einzubringen. Dazu sind die Sprecher des Forums Matthias Braun und Ondøej Matìjka als ständige Gäste auf den Sitzungen des Koordinierungsrates vertreten. Das Jugendforum ist in dieser Zusammensetzung auf zwei Jahre angelegt. Bei seiner Arbeit wird es von Tandem, dem Koordinierungszentrum für den deutsch-tschechischen Jugendaustausch und der Brücke-/Most-Stiftung in Dresden begleitet. Finanziert wird dieses Projekt aus Mitteln des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend.

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