15.02.2002
Mehr Kirchenengagement bei EU-Erweiterung
(DTPA/DH) WIEN: Der österreichische Kardinal Christoph Schönborn sprach sich für größeres Engagement der Kirche in Fragen der EU-Erweiterung aus. Belastungen aus der Geschichte, wie die Benes-Dekrete, müssten gemeinsam aufgearbeitet werden. "Die Dekrete sind menschenrechtlich unhaltbar. Auch wenn sie zu einem Teil durch die damalige Situation bedingt waren, können sie heute keinerlei Zustimmung finden", sagte Schönborn dem ORF.
Österreich und die katholische Kirche sollten in europäischen und globalen Fragen eine "Brückenfunktion" wahrnehmen, so Schönborn. Das Verhältnis zwischen österreichischen und tschechischen Bischöfen sei so gut, dass er sich gemeinsame Initiativen vorstellen könnte.
Schönborn verwies auch auf seine "ganz persönliche Sicht" als Heimatvertriebener aus dem heutigen Tschechien. Seine Großmutter sei trotz "rassischer" Einstufung als "Halbjüdin" in einem tschechischen KZ als "Sudetendeutsche" gestorben.

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