12.02.2002
Milbradt: Übergangsbestimmungen fehlen
(DTPA/AKr) Johanngeorgenstadt. Nach Ansicht des CDU-Landesvorsitzenden Georg Milbradt wird den sächsischen Dienstleistungsunternehmen nach dem Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union der Wind schärfer ins Gesicht blasen.
"Das wird eines der großen Probleme sein", prophezeite Milbradt dem sächsischen Handwerk am Montag auf einer CDU-Versammlung in Johanngeorgenstadt. Die Bundesregierung habe dieser Frage vernachlässigt und keine Übergangsbestimmungen ausgehandelt. Stattdessen habe sie ihre Anstrengungen auf die freie Wahl des Wohnortes konzentriert. Doch wenn Polen und andere mittel- und osteuropäische Staaten der EU beitreten werden, so würden sich die Immigranten aus diesen Ländern nicht in Sachsen ansiedeln, sondern im Großraum Berlin und in Westdeutschland, so der bislang einzige Kandidat für die Nachfolge von Ministerpräsident Biedenkopf. Denn dort seien die Verdienstmöglichkeiten besser, sagte Milbradt. Die Tschechische Republik und Polen hatten zugestimmt, dass ihre Bürger bis zu sieben Jahre warten müssen, ehe sie in den anderen EU-Staaten arbeiten dürfen. Von der EU-Osterweiterung werde Sachsen aber alles in allem profitieren, resümierte Sachsens CDU-Chef. Aus einer Grenzöffnung ziehe der reichere Staat den größten Vorteil, sagte Milbradt mit Blick auf die Erfahrungen aus der Süderweiterung der Union vor 30 Jahren.

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