29.11.2011
"Mikroregion Erzgebirge" stemmt Makro-Projekte
(JE) BOZI DAR(GOTTESGAB): In Bozi Dar treffen sich einmal im Jahr die Bürgermeister der Städte und Gemeinden der "Mikroregion Zentrales Erzgebirge", um die gemeinsamen Projekte auszuwerten und der Öffentlichkeit vorzustellen - in diesem Jahr so geschehen am 28. November. Der "Mikroregion Zentrales Erzgebirge" gehören Städte und Gemeinden der Grenzregion an. (Bild) Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Kommunen wird zu einem Großteil über sogenannte Ziel3-Projekte von der Europäischen Union gefördert. Von 2009 bis jetzt konnten so Projekte im Rahmen von fast 10,5 Millionen Euro realisiert werden. Nachdem vor allem die grenzüberschreitenden Verkehrsanbindungen verbessert wurden, will man sich jetzt gemeinsamen touristischen Angeboten widmen.
Die Gemeinde Breitenbrunn profitierte 2011 bereits von dieser Förderung.
Im Ortsteil Tellerhäuser konnte ein Loipen- und Trail-Center für grenzüberschreitende Skitouren errichtet werden. Hier finden Sportler sanitäre Anlagen, Spinde zur Aufbewahrung der Wechselkleidung und eine Ski-Werkstatt. Außerdem resultieren aus dem Projekt mit einem Umfang von 670.000 Euro ein neuer Infostand in der Ortsmitte sowie ein Wanderparkplatz.
Die Gemeinde Breitenbrunn hat eine Vorreiterrolle bei deutsch-tschechischen Projekten übernommen. Bereits seit sechs Jahren arbeitet sie intensiv mit den tschechischen Nachbargemeinden zusammen.
So orientiert sich Breitenbrunn derzeit an einem multimedialen Projekt der Tschechen. Im Rahmen der Ziel3-Förderung soll auf der Höhe zwischen Rittersgrün und Breitenbrunn ein gut 50 Meter hohe Mast aufgestellt werden. Drei integrierte Kameras werden das Erzgebirgspanorama vom Keilberg, über den Fichtelberg bis nach Chemnitz aufzeichnen. Ein "Interaktiver virtueller Touristenführer" soll die Region dann für jedermann unter anderem im Internet sichtbar machen.
Ralf Fischer – Bürgermeister Breitenbrunn: "Wir errichten in unseren Orten Rittersgrün, Breitenbrunn und Tellerhäuser so genannte Terminals. Sodass jedermann ran gehen kann und Einsicht nehmen kann, in den topografischen, in die touristischen und aktuellen Gegebenheiten. Und wir merken, dass ungefähr 20 Prozent unserer Übernachtungen über das Internet gebucht werden. Breitenbrunn hat nach Altenberg und Oberwiesenthal im Erzgebirgsraum die größten Übernachtungszahlen. Rund 110.000 im Jahr. Und auf diese 20 Prozent müssen wir uns einstellen! Und das wollen wir mit der technischen Infrastruktur im nächsten Jahr nachholen."
Während sich Breitenbrunn schon länger intensiv in der Mikroregion Zentrales Erzgebirge engagiert, kann der Kurort Oberwiesenthal erst seit neuestem mitmischen. Dennoch gibt es auch hier schon erste Ergebnisse. 2011 konnte die Stadt im Rahmen des Projektes "Feuer und sonstige Sicherheit der Bevölkerung in der Region Zentrales Erzgebirge" ein neues Tanklöschfahrzeug erwerben. Zur Einweihung im Juni waren auch die tschechischen Kollegen angereist, denn der Wagen wird auch für grenzüberschreitende Einsätze im Bezirk Karlovy Vary genutzt. Erste gemeinsame Übungen und Schulungen haben bereits stattgefunden.
Doch wenn es nach Bürgermeister Mirko Ernst geht, war das erst der Anfang einer gemeinsamen Zusammenarbeit.
Denn nachdem man in Oberwiesenthal jahrelang nur in den Wintersport investiert hat, wurde die Schaffung eines Ganzjahresangebotes vernachlässigt, gibt das Stadtoberhaupt zu.
Mirko Ernst – Bürgermeister Kurort Oberwiesenthal: "Alles das was Indoor ist, muss in den nächsten Jahren weiterentwickelt werden. Und deshalb wollen wir in den nächsten Jahren immer deutlicher mit den tschechischen Gemeinden zusammenarbeiten. Und dort stellen wir uns vor, dass im Bereich der Gesundheitsprävention eine Zusammenarbeit mit der Stadt Jachymov stattfinden kann. Die kulturellen Dinge wollen wir mit der Stadt Ostrov abdecken und auch mit der Stadt Karlsbad wollen wir Gesundheits- und Kulturangebote immer besser entwickeln und unseren Besuchern auch vermitteln, dazu wird Oberwiesenthal in den nächsten Jahren immer mehr gemeinsame und mehrsprachige Aktivitäten entwickeln."
Wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen deutschen und tschechischen Gemeinden ist, weiß auch der Bozi Dars Bürgermeister Jan Hornik. Seine Gemeinde konnte mit der EU-Förderung in diesem Jahr zum Beispiel den kompletten Lehrpfad im Gottesgaber Torfmoor erneuern lassen. Das Moor ist seit 40 Jahren ein nationales Naturschutzgebiet und ein Touristenmagnet. Entlang des 12-km langen Lehrpfades wurden Informationstafeln aufgestellt, die dem Milieu und den Besonderheiten des Torfmoores sowie der Geschichte des Torfabbaus im Erzgebirge gewidmet sind - natürlich in tschechischer und deutscher Sprache.
Bild zur Nachricht

Copyright © 2011 by KabelJournal GmbH Beierfeld. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden!