03.11.2011
Erneut Geruchsbelastungen durch Böhmischen Wind
(DTPA/MT) DRESDEN/ERZGEBIRGE: Seit Ende Oktober kommt es wieder verstärkt zu Beschwerden über Geruchsbelastungen im mittleren Erzgebirge und im Vogtland. Während im Vogtland der Geruch als "Katzendreck" beschrieben wird, charakterisiert man ihn im Erzgebirge als Schwefelwasserstoff, Teer und Rauchgas. Grund für das verstärkte Auftreten der Luftbelastungen ist die Inversionswetterlage, die insbesondere im Herbst und Winter bei hohem Luftdruck verbunden mit südöstlichen Winden (auch als ,,Böhmischer Wind" bezeichnet) zu einem Eintrag von Luftschadstoffen aus dem Nordböhmischen Industriegebiet führt.
"Wir nehmen das anhaltende Problem der Luftbelastungen an der Grenze sehr ernst. Ich habe angewiesen, dass die zuständigen Landesbehörden eingehenden Beschwerden umgehend nachgehen, Probenahmen veranlassen und die Daten mit den tschechischen Behörden auswerten", so Sachsens Umweltminister Frank Kupfer.
Um mögliche Ursachen und Quellen für die Belastungen zu ermitteln wurde in diesem Jahr die Zahl der Messungen von Luftschadstoffen verdoppelt. Darüber hinaus führt das Leipziger Institut für Troposphärenforschung sogenannte Trajektorienrechnungen durch, das sind zeitliche und räumliche Nachverfolgungen der Luftmassen über den Erzgebirgskamm. Im Rahmen der seit längerem vereinbarten Flugzeugmessungen werden am 3. und 4. November auch Messungen mit einem Ultraleichtflugzeug über dem Erzgebirge durchgeführt.
Zusätzlich zu den Messungen der klassischen Luftschadstoffe wie Schwefeldioxid, Stickoxide, Ozon, Feinstaub und Benzol, die nicht für die Geruchsbelastung verantwortlich sind, werden seit 2010 Luftproben an den Messstationen Schwartenberg (Bild; KJ-Archiv) und seit kurzem auch in Klingenthal genommen und anschließend im Labor analysiert.
Die Ursachen für die Gerüche sind trotz aufwändiger Untersuchungen in den vergangenen Jahren nicht eindeutig feststellbar. Verantwortlich sind vermutlich Emissionen aus zahlreichen verschiedenen Quellen in Nordböhmen. Dazu tragen unter anderem Großbetriebe, Kraftwerke, Autoabgase und insbesondere der Hausbrand bei.
Bild zur Nachricht

Copyright © 2011 by KabelJournal GmbH Beierfeld. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden!