31.01.2002
Aufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen
(DTPA/EE) PLAUEN: Der Sächsische Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten hat am 6. November 2001 die Rechtsgrundlage zur Förderung von Kleinprojekten im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative Interreg III A geschaffen. Mit der Richtlinie zur Förderung von Kooperationsprojekten entsteht im Freistaat Sachsen ein spiegelbildliches Förderinstrument zu den „Small-Projects-Funds“, die bereits in der Tschechischen Republik existieren.
Nunmehr können durch grenzüberschreitend besetzte Lokale Lenkungsausschüsse im Gebiet der vier sächsischen Euroregionen Projekte für Zuschüsse in Höhe von maximal 15.000 EUR ausgewählt werden. In den Jahren 2001 und 2002 stehen im gesamten sächsisch-tschechischen Grenzraum für den Kleinprojektefonds jeweils jährlich 800.000 EUR Fördermittel zur Verfügung.
Interessierte Bürger, Vereinigungen und Institutionen sind aufgerufen, diese neuen Fördermöglichkeiten für Maßnahmen der grenzüberschreitenden Kommunikation und Kooperation in den Bereichen Wirtschaft, Umweltschutz, ländliche und städtische Entwicklung, Kultur und Soziales aktiv zu nutzen.
Folgende Vorgaben sind bei der Antragstellung von Kleinprojekten zu beachten:


1. Grundsätze der Förderung:

Zuschüsse können für solche Projekte der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Grenzraum zur Tschechischen Republik gewährt werden, welche die Identifikation der Bevölkerung im gemeinsamen Grenzraum durch Kooperation und Kommunikation zwischen Bürgern, Vereinen und Behörden in folgenden Bereichen stärken:
ð Wirtschaftliche Entwicklung und Unternehmenskooperationen,
ð Umwelt,
ð Ländliche und städtische Entwicklung (insbesondere auch Regionalplanung / Regionalentwicklung),
ð Bildung/ Qualifizierung und Beschäftigung und
ð Zusammenarbeit, Kultur, Soziales und Sicherheit (insbesondere auch nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr).

Als Rechtsgrundlage gilt die Richtlinie des Sächsischen Staatsministers für Bundes- und Europaangelegenheiten zur Förderung von Kooperationsprojekten im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative Interreg III A vom 6. November 2001 (veröffentlicht im Sächsischen Amtsblatt vom 29.11.2001, Nr. 48, S.1122 ff.) einschließlich der in ihrer Ziffer 1.2 genannten EU- und Landesvorschriften.


2. Kriterien der Projektauswahl:

Anträge auf Förderung können von Vereinen, Verbänden, Stiftungen, Kommunen, Landkreisen und Zweckverbänden, Kirchen, Bildungseinrichtungen, Initiativen von Einzelpersonen und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts gestellt werden.

Es können nur Vorhaben gefördert werden, die innerhalb der in der Richtlinie genannten Fördergebietskulisse (siehe Anhang der Richtlinie) umgesetzt werden.

Die Förderung in den thüringer Kreisen Saale-Orla und Greiz (Gebiete nach Flexibilisierungsregel) erfolgt auf derselben Rechtsgrundlage wie im Freistaat Sachsen. Die sächsische Richtlinie findet analog Anwendung.


Inhalte förderfähiger Kleinprojekte der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in den unter Ziffer 1 genannten Bereichen können sein:
- die Organisation und Durchführung von Seminaren, Konferenzen, Informationsveranstaltungen, Darbietungen und Wettbewerben,
- die Erstellung und/oder Vertiefung von Untersuchungen,
- die Erstellung und/oder Vertiefung von gemeinsamen regionalen und kommunalen Konzepten,
- die Sammlung von Informationsmaterial und Schaffung von Informationssystemen für den gemeinsamen Grenzraum,
- Praktika und Austauschprojekte,
- Sprachunterricht,
- Projekte der Öffentlichkeitsarbeit.

Im Bereich „Wirtschaftliche Entwicklung und Unternehmenskooperationen“ sind nur Projekte von solchen Trägern förderfähig, die nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet sind.

Der Durchführungszeitraum der Projekte soll ein Jahr nicht überschreiten.


3. Finanzielle Bedingungen:

Im Rahmen dieses Aufrufs stehen für die Förderung von Kleinprojekten im sächsisch-tschechischen Grenzraum im Jahr 2002 Mittel in Höhe von 800.000 EUR zur Verfügung.

Die Zuwendungen werden als Projektförderung in Form einer Anteilsfinanzierung und in geeigneten Fällen im Rahmen einer Festbetragsfinanzierung mit einer Regelförderquote von 70 % der zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt. Wenn ein Projekt in besonderer Art grenzüberschreitende Effekte bewirkt, kann der Zuschuss sogar bis zu 90 % der zuwendungsfähigen Ausgaben betragen. Die Höchstgrenze des Zuschusses für Kleinprojekte beträgt 15.000 EUR.

Zuwendungsfähige Ausgaben werden Ziffer 5.4 der o.g. Richtlinie definiert. Unter anderem können Ausgaben für Miete, Unterkunft und Verpflegung, Honorare für Vortragende oder für die Erstellung Publikationen, Übersetzungs- und Dolmetscherleistungen oder für den Druck von Informations- und Arbeitsmaterialien gefördert werden. Künstlerhonorare sind von der Zuschussfähigkeit ausgenommen.

Die Auszahlung der Zuwendung erfolgt nach dem Erstattungsprinzip. Die Antragsteller müssen somit die anfallenden Projektkosten vorfinanzieren. Sie erhalten erst nach Vorlage der Originalbelege über die tatsächlich getätigte Ausgaben diese Beträge zurückerstattet.

4. Frist und Verfahren für die Einreichung der Vorschläge:

Vorschläge für Kleinprojekte in den Landkreisen Aue-Schwarzenberg, Vogtlandkreis, Greiz, Saale-Orla-Kreis, Zwickauer Land und den Kreisfreien Städten Plauen und Zwickau werden laufend angenommen; sind aber durch den Projektträger spätestens vier Monate vor dem geplanten Vorhabensbeginn bis zu dem jeweiligen Stichtag bei der Geschäftsstelle der Euroregion EUREGIO EGRENSIS, Arbeitsgemeinschaft Vogtland/Westerzgebirge e.V., Friedensstraße 32, 08523 Plauen in digitaler Form einzureichen.
1. Stichtag: 19.03.2002
2. Stichtag: 25.06.2002
3. Stichtag: 06.08.2002

Die Projektvorschläge werden mit Unterstützung der zuständigen Kleinprojekte-Koordinatorin der Euroregion zu schlüssigen, entscheidungsreifen Anträgen qualifiziert.
Die Entscheidung über die Vergabe der Fördermittel trifft der Lokale Lenkungsausschuss der EUREGIO EGRENSIS, Arbeitsgemeinschaft Vogtland/Westerzgebirge e.V.
Zuständige Bewilligungsbehörde ist das Regierungspräsidium Chemnitz.

Weitere Informationen erhalten Sie
bei der Geschäftsstelle der EUREGIO EGRENSIS, Arbeitsgemeinschaft Vogtland/Westerzgebirge e.V. von:
Kleinprojekte-Koordinatorin
Frau Petra Klein
Friedensstraße 32
08523 Plauen

Tel.: 03741/214-302
Fax: 03741/214-222
e-mail: klein@euregioegrensis.de

Antragsformulare und sowie der komplette Richtlinientext können auch über das Internet unter der Adresse: http://www.interreg3a.sachsen.de abgerufen werden.

Bei Vorhaben, die außerhalb der o.g. Gebiete im grenznahen Bereich durchgeführt werden sollen, stehen die Euroregionen Erzgebirge, Elbe/Labe und Neiße für weitere Auskünfte zur Verfügung.

Copyright © 2002 by KabelJournal GmbH Beierfeld. Alle Rechte vorbehalten.
Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden!