21.01.2002
Flath bei tschechischem Amtskollegen
(DTPA/MT) PRAG/DRESDEN: Bei seinem heutigen Besuch in Prag hat sich Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath gegen den Bau von Elbestaustufen auf böhmischer Seite ausgesprochen. Er bat seinen Amtskollegen, den tschechischen Umweltminister Milos Kuzvart, auf einen Ausbau der Elbe als Schifffahrtskanal mit Staustufen zu verzichten. "Wir befürchten", so Flath, "dass das gesamte Ökosystem der Elbe Schaden nimmt." Sachsen rechnet mit einer Beeinträchtigung der Elbauen, einem verringerten Selbstreinigungsvermögen der Elbe und mit einer Verschlechterung der Wasserqualität. Schaden nehmen würde auch die Artenvielfalt, des soeben erst wieder zum Leben erweckten Flusses. Flath bat im Namen der sächsischen Staatsregierung darum, bei allen weiteren Planungen stärker als bisher grenzüberschreitende Umweltauswirkungen zu berücksichtigen.
Ein weiteres Thema zwischen den beiden Ministern war die Luftreinhaltung im Erzgebirge. Flath dankte Kuzvart für die äußerst gute Zusammenarbeit. Kurze und unbürokratische Kommunikationswege zwischen den Kollegen diesseits und jenseits der Grenze seien, so Flath, mittlerweile zur Normalität geworden. Egal ob es um kurzzeitig auftretende Schwefeldioxidbelastungen geht oder um Geruchs- und Benzolbelastungen im mittleren Erzgebirgsraum (Raum Seiffen-Neuhausen). Gemeinsam bemühe man sich, die Quellen zu lokalisieren. Derzeit werden mittels Messprogramm mit 20 Probanden systematisch Geruchsbelastungen erfasst und ausgewertet. Außerdem hat die deutsch-tschechische Arbeitsgemeinschaft "Geruch" einen Termin zwischen den Unternehmen im Chemiekomplex Litvinov und der PCK Raffinerie Schwedt organisiert. Der Erfahrungsaustausch der vom Produktionsprofil ähnlichen Betriebe könnte beim Lösen der Probleme helfen.

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