18.01.2002
Kavan: Schließung Temelíns kommt nicht in Frage
(DTPA/DH) PRAG/WIEN: Unbeeindruckt vom FPÖ-Volksbegehren zu Temelín zeigt sich der tschechische Außenminister Jan Kavan. "Ich sehe überhaupt keinen Grund, warum die tschechische Seite ihre Ansicht zu Temelín auf Grund einer österreichischen Volksbefragung ändern sollte", wird Kavan vom österreichischen Nachrichtenmagazin „profil" zitiert.
Tschechien habe wie jedes Land das Recht, "die Form seiner Energiegewinnung selbst zu wählen", betont Kavan. "Österreich kann diese tschechische Entscheidung nicht umdrehen."
Der Außenminister warnt vor den möglichen negativen Folgen des Volksbegehrens für die bilateralen Beziehungen. "Wir können nicht mit einer Volksbefragung einverstanden sein, die anti-tschechische Züge trägt. Diese könnte sehr negative Folgen auf die österreichisch-tschechischen Beziehungen haben, aber auch auf die Wahrnehmung Österreichs im europäischen, ja weltpolitischen Kontext."
Die Hoffnung, nach den Wahlen in Tschechien im Juni könnte eine neue Regierung Forderungen aus Österreich nach einer Schließung des Atomkraftwerks erfüllen, seien unrealistisch. "Ich kenne keine einzige bedeutendere Partei in der Tschechischen Republik, die sich für eine Schließung Temelíns einsetzt."

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