16.01.2002
Bayerisch-tschechische Kleinprojekte beschlossen
(DTPA/MT) MARKTREDWITZ/TIRSCHENREUTH: Das Präsidium der EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Bayern hat in Abstimmung mit der böhmischen Euregio-Arbeitsgemeinschaft die ersten Kleinprojekte zur Förderung aus dem so genannten "Dispositionsfonds" für die neue INTERREG III-Förderperiode beschlossen. In seiner jüngsten Sitzung in Tirschenreuth behandelte das Gremium rund 40 Projektanträge aus dem gesamten bayerischen Euregio-Gebiet, also aus dem Grenzraum Oberfrankens und der nördlichen Oberpfalz.
Wie die Präsidentin der EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Bayern, Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder, in diesem Zusammenhang betonte, betrete die Euregio damit Neuland: Erstmals könne die grenzüberschreitende Organisation im Auftrag des Freistaates Bayern als offizielle Förderstelle über die finanzielle Unterstützung grenzüberschreitender Kleinprojekte aus europäischen Mitteln in erheblichem Umfang eigenständig entscheiden. Mit dieser Verlagerung der Entscheidungskompetenz auf die Region werde die EUREGIO EGRENSIS in ihrer Bedeutung wesentlich aufgewertet. Besonders positiv sei die Tatsache, so die Präsidentin weiter, dass auch ein Vertreter der EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Böhmen an den Beschlüssen des Vergabegremiums mitgewirkt habe. Dies entspreche den Vorgaben der Europäischen Kommission und des Freistaates Bayern.
Bei den Projekten, die unter anderem einen deutlichen grenzüberschreitenden Bezug zu Tschechien aufweisen müssen und ein Gesamtvolumen von 25.000 Euro pro Vorhaben nicht überschreiten dürfen, handelt es sich beispielsweise um Sprachprojekte, Begegnungsmaßnahmen, Entwicklungs- und Machbarkeitsstudien, Sport-, Musik- und sonstige Kulturveranstaltungen, Städtepartnerschaften oder Lernprojekte mit Kindern und Jugendlichen. Als Antragsteller treten dabei etwa Kommunen, Vereine oder Verbände auf, die gleichzeitig tschechische Partner nachweisen müssen, mit denen die Projekte vorbereitet und abgestimmt werden.
Das Präsidium der EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Bayern beschloss außerdem, ein Grundschul-Modellprojekt im Raum Hohenberg-Schirnding bei den zuständigen staatlichen Stellen zu unterstützen. Bei diesem neuen Projekt geht es darum, tschechischen Schulkindern in unmittelbarer Grenznähe künftig die Möglichkeit des Besuchs einer bayerischen Grundschule zu eröffnen, wobei noch rechtliche Hindernisse überwunden werden müssen.

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