23.06.2011
10 neue sächsisch-tschechische Projekte
(DTPA/MT) DRESDEN: Der binationale Begleitausschuss des Ziel 3-Programms hat in Jablonec nad Nisou (Tschechische Republik) insgesamt 10 sächsisch-tschechische Vorhaben in den Bereichen Soziales, Wirtschaft, Tourismus und Umwelt bestätigt. Mit rund 12,8 Millionen Euro EU-Mitteln kann damit im Rahmen des Ziel 3/Cíl 3-Programms ein Gesamtvolumen von rund 16,1 Millionen Euro umgesetzt werden. Seit Beginn der Antragstellung im August 2008 konnten sich nunmehr 135 Projekte qualifizieren.
Sieben Projekte werden unter sächsischer und drei Projekte unter tschechischer Federführung realisiert. Dabei sind die Anforderungen an die Qualität der Zusammenarbeit im Vergleich zum Vorgängerprogramm Interreg III A deutlich gestiegen: Mindestens zwei der vier Kriterien "gemeinsame Planung", "gemeinsame Durchführung", "gemeinsame Finanzierung" und "gemeinsames Personal" müssen erfüllt sein, um eine Förderung aus dem Ziel 3/Cíl 3-Programm zu erhalten.
Im Programmschwerpunkt Entwicklungen der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Fördergebiet stimmte der Begleitausschuss der Förderung von vier Projekten zu.
Im Bereich Kooperative Maßnahmen in den Bereichen Humanressourcen, soziokulturelle Entwicklung und partnerschaftliche Zusammenarbeit können der Basketballverein Dresden Titan e. V. und der Basketballklub Ústí nad Labem das Projekt "Basketball kennt keine Grenzen" realisieren. Wesentlicher Bestandteil des Vorhabens ist der Austausch für Kinder und Jugendliche sowie für ehrenamtliche Funktionäre im Rahmen der Sportart Basketball. Neben regelmäßigen Trainings- und Freundschaftsspielen sind weitere Aktivitäten wie der Jugendaustausch während der Schulferien unter Einbeziehung von Gastfamilien vorgesehen. Im Verlauf des Projektes sollen weitere Vereine gewonnen werden, um in der Zukunft eine grenzübergreifende Basketballliga zu etablieren. Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben mit einem Zuschuss in Höhe von rund 410.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Im Programmschwerpunkt Verbesserung der Situation von Natur und Umwelt wurde der Förderung von vier Projekten zugestimmt.
Im Bereich Kooperation in den Bereichen Klimaschutz, Wald- und Naturschutz, Landschaftspflege und Abfallwirtschaft stimmte der Begleitausschuss zwei Projekten zu.
Im "Deutsch-Tschechischen Projekt zur energetischen Innovation in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe" kooperiert die Kindervereinigung Chemnitz e. V. mit dem Jugendgästehaus in Krásná Lípa und dem "Haus der Kinder" in Ústí nad Labem. Im Fokus steht die energetische Sanierung der Kinder- und Jugendeinrichtungen in Chemnitz und Krásná Lípa unter Einbeziehung regenerativer Energiequellen wie Sonne und Erdwärme. Zugleich wird Umweltbildungsarbeit im Kinder- und Jugendbereich geleistet. Die Einsparmöglichkeiten durch die energetische Sanierung beider Einrichtungen werden analysiert, generalisiert und in einem Methodenhandbuch zusammengefasst. Erstmals soll für Kinder und Jugendliche ein abgestimmter Lehrplan für Umweltbildungsmaßnahmen entstehen, welcher die deutsch-tschechischen Belange berücksichtigt. Die Europäische Union fördert das Vorhaben mit einem Zuschuss in Höhe von rund 1.154.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Ebenfalls im Bereich Kooperation in den Bereichen Klimaschutz, Wald- und Naturschutz, Landschaftspflege und Abfallwirtschaft kann die TU Dresden mit dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Dresden, und dem Institut für Troposphärenforschung, Leipzig, auf deutscher Seite sowie dem Tschechischen Hydrometeorologischen Institut, der Gesundheitsbehörde und dem Bezirksamt Ústí (alle Ústí nad Labem) auf tschechischer Seite das Vorhaben "Ultrafeinstaub und Gesundheit im Erzgebirgskreis und Region Ústí" umsetzen. Über einen Zeitraum von zwei Jahren sollen in der Region Annaberg-Buchholz/Ústí nad Labem Luftbelastungen durch Ultrafeinstaub und Rußpartikel gemessen werden. Die Messergebnisse werden bei der Analyse mit Patientendaten verknüpft. Unter Einbeziehung weiterer Indikatoren aus Meteorologie und Verkehr sollen so mögliche Auswirkungen auf den Gesundheitszustand analysiert werden. Mit dem Projekt wird die Grundlage für weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität geschaffen. Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben mit einem Zuschuss in Höhe von rund 1.265.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Fördermöglichkeiten zur Beseitigung von Schäden des Augusthochwassers 2010 und für damit im Zusammenhang stehende Präventionsmaßnahmen
Die Möglichkeit, grenzübergreifende Maßnahmen zur Beseitigung von Hochwasserschäden und damit im Zusammenhang stehende Präventionsmaßnahmen zu unterstützen, besteht weiterhin bis zum Jahresende 2011.
Antrags- und Bewilligungsstelle ist die Sächsische Aufbaubank – Förderbank – (SAB). Ausführliche Informationen zum Antragsverfahren und zu Kontaktdetails erhalten alle Interessierten auf der Website von Ziel 3/Cíl 3 unter www.ziel3-cil3.eu Anfragen zu Fördermöglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sowie zu Beratungsterminen können an kontakt@ziel3-cil3.eu gerichtet werden.

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