10.03.2011
Entwicklungsvielfalt für das Grenzgebiet
(DTPA/MTL) BAUTZEN: Der binationale Begleitausschuss des Ziel 3-Programms hat am 8. März in Bautzen-Schmochtitz insgesamt neun grenzübergreifende Vorhaben in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur, Sicherheit, Bildung, Kultur, Wirtschaft, Tourismus und Umwelt bestätigt. Mit rund 4,1 Millionen Euro EU-Mitteln kann damit im Rahmen des Ziel 3/Cíl 3-Programms ein Gesamtvolumen von rund 4,8 Millionen Euro umgesetzt werden. Seit Beginn der Antragstellung im August 2008 konnten sich nunmehr 125 Projekte qualifizieren.
Sechs Projekte werden unter sächsischer und drei Projekte unter tschechischer Federführung realisiert. Dabei sind die Anforderungen an die Qualität der Zusammenarbeit im Vergleich zum Vorgängerprogramm Interreg III A deutlich gestiegen: Mindestens zwei der vier Kriterien "gemeinsame Planung", "gemeinsame Durchführung", "gemeinsame Finanzierung" und "gemeinsames Personal" müssen erfüllt sein, um eine Förderung aus dem Ziel 3/Cíl 3-Programm zu erhalten.
Im Programmschwerpunkt Entwicklungen der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Fördergebiet stimmte der Begleitausschuss der Förderung von vier Projekten zu.
Im Bereich Kooperative Verbesserung und bedarfsorientierter Auf- und Ausbau der Infrastruktur sowie Kooperation im Bereich Regionalplanung und -entwicklung können der Verkehrsverbund Oberelbe GmbH in Dresden und das Bezirksamt Ústí nad Labem das Projekt "ELLA Regio – grenzüberschreitender Regionalverkehr Ústecký kraj/VVO Verkehrsverbund Oberelbe – Machbarkeitsstudie" umsetzen. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie werden die Voraussetzungen für ein grenzüberschreitendes ÖPNV/SPNV-Konzept im Bedienungsgebiet des VVO im Raum Sächsische Schweiz/Osterzgebirge und dem angrenzenden Verkehrsgebiet des Bezirkes Ústí herausgearbeitet. Vorschläge für ein grenzübergreifendes Fahrgastinformationssystem, ein grenzübergreifendes Tarif- und Ticketsystem sowie eine gemeinsame Verkehrsplanung runden das Projekt ab. Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben mit einer Förderung in Höhe von 153.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Im Programmschwerpunkt Entwicklung der Wirtschaft und des Tourismus stimmte der Begleitausschuss der Förderung von zwei Projekten zu.
In der Aktivität Förderung gemeinsame Konzept- und Produktentwicklung sowie Durchführung gemeinsamer Marketingmaßnahmen im Bereich Tourismus werden der Verein Sdružení Českolipsko in Česká Lípa und die Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz mbH (ENO) in Bad Muskau das Projekt "Grenzüberschreitende Aktivregion – Euroregion Neisse-Nisa-Nysa" umsetzen. Wesentliche Bestandteile des Projektes sind der Aufbau einer grenzüberschreitenden touristischen Struktur sowie die Entwicklung und Vermarktung innovativer touristischer Angebote in den Regionen Českolipsko und Bad Muskau. Weitere Projektinhalte sind der Transfer von Know-how, gemeinsame Schulungen für das Personal und Konferenzen. Die Europäische Union fördert das Vorhaben mit rund 323.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Im Programmschwerpunkt Verbesserung der Situation von Natur und Umwelt wurde der Förderung von drei Projekten zugestimmt. In der Aktivität Förderung des Umweltbewusstseins, der Umweltbildung und des Umweltmanagements kann das Naturschutzzentrum Erzgebirge gGmbH in Schlettau mit dem Verein ZO ČSOP Teplice-FERGUNNA und der Mittelschule Střední odborná škola pro ochranu a obnovu životního prostředí in Litvínov das Projekt "Pestrý – Bunt. Freunde für Biodiversität im Erzgebirge/Krušnohoří" umsetzen. Projektziel ist die Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt in der Region Erzgebirge/Krušné hory mit dem Fokus auf regionaltypische Lebensräume und Arten, die gefährdet oder vom Aussterben bedroht sind. Gleichzeitig soll durch eine vielgestaltige Öffentlichkeitsarbeit eine stärkere Sensibilisierung der heimischen Bevölkerung beider Länder für den besonderen Wert der Naturausstattung der Region und ihrer schützenswerten Besonderheiten erreicht werden. Parallel dazu wird Umweltbildungsarbeit im Jugendbereich durchgeführt. Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben mit einem Zuschuss in Höhe von rund 851.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

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