04.12.2001
Datenautobahn noch kein Ersatz für Asphalt
(DTPA/MT) BERLIN: Sachsen Staatsminister Kajo Schommer hat sich heute für die Nutzung aller Telematikdienste bei der Erfassung der Lkw-Maut ab 2003 ausgesprochen. Als Vorsitzender der deutschen Verkehrsministerkonferenz stellte Schommer mit Bundesminister Kurt Bodewig in Berlin den Telematikbericht für den Verkehr vor. "Mit dem Ende der Industriegesellschaft verändern sich die Transportansprüche der Wirtschaft gravierend", so Schommer. Heute würden nicht mehr verschiedene Zwischenprodukte um die Welt gekarrt, sondern nur noch Wissen und Kapital auf den entsprechenden Kanälen. Während E-Commerce schon in aller Munde sei, befinde sich die Verkehrstelematik, abgesehen von der satellitengestützten Zielführung, noch in den Kinderschuhen. "Das Geopositioniering entschärft zweifelsohne einige Verkehrsprobleme, doch kann die Verkehrstelematik den Bau von Infrastruktur nicht ersetzen", so der sächsische Verkehrsminister, "so nach dem Motto: Verlegen wir eben noch ein paar Kabel, dann sparen wir uns eine Autobahn." Von der EU-Osterweiterung erwartet Sachsen eine Verdoppelung des grenzüberschreitenden Verkehrs.
Allerdings spricht sich Schommer dafür aus, dass mit den Geräten zur Erfassung der Lkw-Maut ab 2003 auch andere Telematikdienste ermöglicht werden sollen. Die jetzigen Ausschreibungsbedingungen schließen dies ausdrücklich aus. "Wir können den technischen Fortschritt nicht per ordere mufti aussperren", so Schommer. "Wenn wir schon hochmoderne Technik einsetzen, dann sollten wir ihre Möglichkeiten auch richtig ausnutzen."

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