05.11.2010
Konferenz der Städtepartnerschaften
(DTPA/PF) MARKTREDWITZ: Statt der erwarteten zwanzig Teilnehmer, lockte die Konferenz der Städtepartnerschaften - zur Freude der Euregio-Präsidenten, Birgit Seelbinder und František Čurka - über hundert Vertreter von Städten, darunter viele Bürgermeister, aus Bayern und Böhmen ins Egerland-Kulturhaus. Sie wurden nicht enttäuscht, denn die Vorstellung von zwei der aktivsten Städtepartnerschaften aus der Euregio, Schwandorf - Sokolov/Falkenau und Arzberg - Horní Slavkov/Schlaggenwald, zeigte, wie vielfältig, nützlich und anregend die kommunale Zusammenarbeit sein kann.
Letztere ist beispielsweise gerade erst zwei Jahre alt, wie die Bürgermeister Jana Vildumetzová und Stefan Göcking erzählten, und tritt schon mit einer Vielzahl von gemeinsamen Veranstaltungen im sportlichen, schulischen und kulturellen Bereich hervor. Die vor zehn Jahren gegründete Partnerschaft Schwandorf - Sokolov kann dagegen schon auf viele eingeführte und alljährlich stattfindende Aktivitäten zurückblicken. Hinzu kommt, dass Schwandorf bereits 1959 die Patenschaft für ehemalige Bürger von Falkenau übernommen hatte.
Die erfrischenden Auftritte Göckings und Vildumetzovás sowie der Repräsentanten aus Schwandorf und Sokolov, Ernst Schober und Antonín Lebeda, machten nebenbei schnell klar, was über das Gedeihen einer Städtepartnerschaft letztlich entscheidet. Es sind die Menschen, die sich in ihr wiederfinden, Zeit investieren und Freundschaften schließen. Göcking drückt den Erfolg so aus: >Ich hätte nie geglaubt, dass ich mich einmal für den Ausgang der tschechischen Kommunalwahlen in Horní Slavkov interessieren könnte.<
Auf besonderes Interesse stießen beim Publikum aber die vorgestellten Finanzierungsprogramme für Städtepartnerschaften. Die bewährten Förderungen aus Mitteln des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und aus dem Ziel-3-Programm (Interreg IV) im Grenzraum sind dabei weitgehend bekannt. Wichtige Hinweise gab es am Rande. Markéta Doleželová wies darauf hin, dass der Fonds im Unterschied zu den anderen Programmen eine Vorfinanzierung ermögliche und auch Kleinstbegegnungen unterstütze. Harald Ehm, Geschäftsführer der Euregio Egrensis, machte dringend darauf aufmerksam, wie wichtig es bei euregio-geförderten Projekten sei, sich an das Reglement zu halten, damit es am Ende zu keinen Unstimmigkeiten komme.
Dr. Henning Arp, Leiter der EU-Vertretung in München, überraschte die Konferenz dagegen mit einem neuen, erst 2009 aufgelegten Programm. Es heißt "Europa für Bürgerinnen und Bürger" und unterstützt grenzüberschreitende Diskussionsveranstaltungen zur Schaffung einer europäischen Öffentlichkeit. Entscheidend sind dabei die Qualität des gemeinsamen Themas, die europäische Dimension des Vorhabens und die Beteiligung gesellschaftlicher Gruppen wie Schulen, Vereinen oder Freiwilligen. Ausgeschlossen ist eine Kombination mit anderen europäischen Förderungen wie Interreg IV.

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