22.10.2010
Unterlagen räumen sächsische Bedenken nicht aus
(DTPA/MT) DRESDEN: Sachsens Umweltminister Frank Kupfer hat von der tschechischen Seite eine Fristverlängerung für Stellungnahmen zur bei Děčín (Tschechien) geplanten Staustufe gefordert. "Für eine solide fachliche Prüfung dieses Großvorhabens durch die zuständigen Behörden reicht die knappe deutschsprachige Zusammenfassung nicht aus. … Die Fristverlängerung wäre ein starkes Signal zur Fortsetzung der ausgezeichneten Zusammenarbeit zwischen der Tschechischen Republik und dem Freistaat Sachsen durch die neue tschechische Regierung", heißt es in dem Schreiben, das der Minister heute (22. Oktober 2010) an seinen tschechischen Amtskollegen Pavel Drobil gerichtet hat.
"Bereits im Jahr 2006 hat mein Ministerium im Rahmen einer Stellungnahme darauf hingewiesen, dass die damals übergebenen Unterlagen eine abschließende Bewertung der Auswirkungen der Staustufe auf deutsches Gebiet nicht zulassen", so der Minister. "Es bleibt deshalb bei unseren Bedenken". So könne die Staustufe zu Veränderungen des Abflussverhaltens sowie des Feststoff- und Geschiebehaushaltes in der Elbe führen. Auch seien auentypische Lebensräume von Veränderungen bedroht.
Von der in Deutschland zuständigen Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Magdeburg erwartet der Minister eine zügige Übersetzung der vollständigen Unterlagen. "Das ist Voraussetzung für eine realistische Bewertung, nicht nur für mein Haus, sondern auch für Kommunen, Umweltverbände und Bürger", so der Minister abschließend.

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